"Jahrhunderauftrag" der spanischen Bahn: Siemens erhält Milliardenauftrag

"Jahrhunderauftrag" der spanischen Bahn
Siemens erhält Milliardenauftrag

Siemens kann sich über einen Auftrag im Wert von 430 Millionen Euro freuen. Im Kampf um den "Jahrhundertauftrag" für den Bau von 40 Hochgeschwindigkeitszügen ging der französisch-spanische Mitbewerber Alstom-CAF überraschend leer aus.

HB MADRID. Die staatliche Bahngesellschaft Spaniens, RENFE, hat sich dafür entschieden, dass Siemens 10 Hochgeschwindigkeitszüge bauen und sie in den nächsten 14 Jahren warten soll. Der Mitbewerber Talgo-Bombardier hat den Zuschlag für 30 weitere Züge erhalten. Es handelt sich mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Dollar um das teuerste Projekt der spanischen Eisenbahn. Eigentlich war Alstom-CAF seitens spanischer Bahnexperten bessere Chancen eingeräumt worden, als Siemens, die wegen der Nichteinhaltung von Lieferfristen bei den Spaniern in der Vergangenheit bereits in Misskredit gefallen sind. Doch „Alstom ist der große Verlierer der Schlacht“, wie das Wirtschaftsblatt „Cinco Días“ am Donnerstag schrieb. „Die Franzosen waren bis vor wenigen Tagen noch zu den Favoriten gerechnet worden“. Sie hatten die Züge für Spaniens erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid-Sevilla gebaut.

Vor drei Jahren wurde jedoch die zweite Strecke, Madrid-Barcelona, ausgeschrieben und RENFE bestellte 16 Züge bei Talgo-Bombardier und Siemens. Die spanische Wirtschaftszeitung „Expansión“ erläuterte, wie es zu den Verzögerungen bei der Auslieferung kam: „Siemens hatte die spanischen Werke seiner Konkurrenten Alstom und CAF als Subunternehmer eingeschaltet. Diese hielten anscheinend die Fristen nicht ein“.

Die Züge, welche auf den neuen Strecken Córdoba-Málaga und Madrid-Valladolid eingesetzt werden sollen, gehören der vierten ICE-Generation an. Spanien investiert viel in die Erweiterung seines Streckennetzes der AVE (Spanische Hochgeschwindigkeitsbahn). Noch in diesem Jahrzehnt soll das Netz auf über 7 000 Kilometer ausgebaut werden. In den vergangenen vier Jahren kaufte die RENFE zudem Züge im Wert von 9,3 Milliarden Euro. Davon entfallen allein 6,4 Milliarden auf AVE-Züge, die über 300 km/h fahren können.

Der spanische Rechnungshof kritisiert die Konzentration der Bahn auf die Hochgeschwindigkeitsstrecken. Er bemängelt, dass die herkömmlichen Gleisanlagen und Züge vernachlässigt würden und schreibt in einem Bericht: „Die Überalterung des Materials birgt mittelfristig die Gefahr, dass der Service schlechter wird und die Gefahr von Unfällen steigt“.

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