Japan
Daimler und Volvo schmieden Bündnis

Gegen die globale Absatzkrise suchen alle Fahrzeughersteller nach Wegen, um Kosten zu senken. Auf dem japanischen Markt werden Daimler und Volvo künftig enger zusammenarbeiten: Beide Unternehmen wollen in Japan zusammen Busse produzieren. Im Gespräch ist auch die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens.

TOKIO. Die Autohersteller Daimler und Volvo planen eine engere Kooperation auf dem japanischen Markt. Beide Unternehmen wollen künftig Busse in Japan gemeinsam produzieren. Das deutsche und das schwedische Unternehmen planen "verstärkte Zusammenarbeit im Busgeschäft mit der Option der Gründung eines Omnibus-Gemeinschaftsuntenehmens zwischen Mitsubishi Fuso und Nissan Diesel", wie sie gestern in Tokio mitteilten.

Mitsubishi Fuso ist der japanische Nutzfahrzeugarm des Stuttgarter Großkonzerns. Nissan Diesel gehört Volvo und hat entgegen dem Klang des Namens nichts mit dem Autohersteller Nissan zu tun. Bisher kooperieren Nissan Diesel und Mitsubishi Fuso im Auftrag ihrer europäischen Mutterhäuser bereits in der Produktion. Sie liefern sich gegenseitig Reise- und Omnibusse, die sie dann unter eigener Marke verkaufen.

Jetzt wollen Nissan Diesel und Mitsubishi Fuso zusätzlich Entwicklung und Vertrieb eng verzahnen. Die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens ist eine Option, zu der sich die Zusammenarbeit entwickeln könnte - vermutlich im Falle weiter sinkender Absatzzahlen. "Die Unterzeichnung der Absichtserklärung mit Nissan Diesel ist für unser japanisches Busgeschäft und unsere Asien-Strategie ein wichtiger Schritt", sagte Daimlers Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler. Zusammen seien die Marken konkurrenzfähiger. Beide Unternehmen sollen eigene Produktreihen behalten. Auch die eingeführten Markennamen wollen Daimler und Volvo nicht antasten.

Gegen die globale Absatzkrise suchen alle Fahrzeughersteller nach Wegen, um Kosten zu senken. Im kommenden Jahr will Nissan Diesel bereits sein Händlernetz in Japan ausdünnen und bei dieser Gelegenheit 4100 Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen will einem neuen Geschäftsplan zufolge in den kommenden Jahren einen höheren Anteil seines Umsatzes mit Dienstleistungen erzielen.

Mitsubishi Fuso beliefert vor allem den japanischen und südostasiatischen Markt mit Lkw. Das Unternehmen deckt alle Größenklassen ab, Schwerpunkt sind jedoch kleinere und mittelgroße Fahrzeuge. Bei Fuso hat Daimler das konzernweite Kompetenzzentrum für Hybrid-Trucks angesiedelt. Um Kosten zu senken, will das Unternehmen künftig mehr Teile verwenden, die auch in den Produkten anderer Daimler-Gruppengesellschaften stecken. Fuso plant, zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries einen reinen Elektrobus zu entwickeln. Der japanische Traditionshersteller gehört Daimler zu 85 Prozent. Volvo hält die Anteile an Nissan Diesel komplett.

Wichtigster Markt ist für beide Anbieter der japanische Heimatmarkt. Doch der befindet sich im Abschwung - der Ersatzbedarf sinkt Jahr für Jahr, während neue Busstrecken kaum in Betrieb kommen. Fuso hat daher die Kosten binnen Jahresfrist um ein Fünftel gesenkt. Die Anzahl der verschiedenen Modelle soll bis 2010 auf die Hälfte sinken. Ein Werk bei Nagoya will das Unternehmen mangels Auslastung aufgeben, auch in Thailand soll eine Fabrik schließen. Bis Ende 2010 will Fuso so 2 300 Arbeitsplätze abbauen. Dadurch soll das Ergebnis jährlich um 760 Mio. Euro steigen. fmk

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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