Japaner sind optimistisch
Toyota stürmt aus der Krise

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben kommt der japanische Autokonzern Toyota wieder richtig in Fahrt: Im ersten Quartal vervierfachte er den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitrum. Der Umsatz legte um 23 Prozent zu.
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Tokio Der japanische Autokonzern Toyota kommt wieder richtig in Fahrt: Im ersten Quartal vervierfachte er den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf umgerechnet 1,16 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 23 Prozent auf 55 Milliarden Euro, wie Toyota am Mittwoch mitteilte.

Damit erholt sich der einst größte Autokonzern der Welt schnell von dem verheerenden Erdbeben und der Flutwelle, die Anfang 2011 Japan getroffen hatte. Toyota ringt mit dem US-Konzern General Motors und Volkswagen um den Titel größter Autobauer der Welt, liegt aber zurzeit zurück.

Der Konzern hob seinen Ausblick an und will nun 7,3 Milliarden Euro im gesamten Geschäftsjahr verdienen, doppelt so viel wie vor einem Jahr. Der Autoabsatz soll um 1,3 Millionen auf 8,7 Millionen Fahrzeuge steigen. Zuwachsen will der Konzern in den weltgrößten Automärkten USA und China. „Wir haben Produktion und Absatz schneller als erwartet wiederhergestellt und ein starkes Ergebnis erzielt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Akio Toyoda, der Enkel des Firmengründers.

Toyota steht seit Jahren wegen hausgemachter Probleme und wegen Naturkatastrophen unter Druck: Außer dem japanischen Tsunami setzte eine Flutkatastrophe in Thailand dem Hersteller zu. Vorher war Toyota vor allem in den USA wegen Qualitätsproblemen unter Druck geraten. Die Japaner mussten ab 2009 Millionen Autos in die Werkstätten rufen und reparieren, was den glänzenden Ruf der Toyota-Autos ankratzte.

Inzwischen spielt der Anstieg der Benzinpreise und das wachsende Umweltbewusstsein Toyota in die Karten: Der Hersteller ist stark bei sparsamen Kleinwagen. Außerdem ist Toyota Weltspitze bei Hybridautos wie dem Prius.

Im Ringen um die Weltmarktspitze im Autogeschäft hat Volkswagen im vergangenen Jahr Toyota abgehängt und nun Branchenprimus General Motors ins Visier genommen. Der Wolfsburger Konzern mit Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat oder Bentley verkaufte 2011 erstmals mehr als acht Millionen Fahrzeuge, während sich der Absatz bei Toyota im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 7,35 Millionen Fahrzeuge belief. Das Rennen zwischen den beiden bleibt spannend. VW peilt bis 2018 mehr als zehn Millionen Verkäufe an und will damit sogar die Opel-Mutter GM vom Thron stoßen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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