Japaner ziehen Bilanz

Toyota fährt VW als erfolgreichster Autohersteller davon

Toyota erzielt mit weniger Absatz einen Rekordgewinn. Die größte Stärke des japanischen Autobauers: Anders als VW spielt er bei allen Antriebsarten in der Weltspitze mit, meint Handelsblatt-Korrespondent Martin Kölling.
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„Immer besser, besser, besser werden“, ist die Philosophie von Konzernchef Akio Toyoda. Quelle: Reuters
Toyota ganz vorn

„Immer besser, besser, besser werden“, ist die Philosophie von Konzernchef Akio Toyoda.

(Foto: Reuters)

TokioVolkswagens Traum, Toyota als größten und erfolgreichsten Autohersteller der Welt abzulösen, hat sich jäh in einer Rußwolke aufgelöst. Und dazu hätte es vielleicht nicht einmal des Lügendiesels bedurft. Denn Toyota zeigte in seiner Quartalsbilanz, dass der japanische Branchenprimus derzeit in einer eigenen Liga spielt. Die Japaner brachten das Kunststück fertig, im dritten Quartal mit weniger Absatz noch mehr Rekordgewinn zu machen.

Toyota verkaufte zwischen Juli und September zwar rund drei Prozent weniger Autos als zuvor. Aber die Einnahmen stiegen um 8,4 Prozent auf 7104 Milliarden Yen, der Reingewinn sogar um 13,5 Prozent auf 612 Milliarden Yen. Damit hat Toyota mit 8,6 Prozent eine Nettogewinnrendite, von der andere Autobauer brutto träumen.

Noch eindrucksvoller stieg die operative Profitmarge von ohnehin hohen 10,1 auf 11,6 Prozent. Denn Toyota managte, den Betriebsgewinn innerhalb der vergangenen zwölf Monate um ein Viertel zu erhöhen.

Diese Zulieferer arbeiten besonders eng mit VW zusammen
Platz 15: Thyssen-Krupp
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Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete Thyssen-Krupp durch Geschäfte mit Volkswagen einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro. Die Summe macht allerdings lediglich 5 Prozent am Gesamtumsatz aus.

Angaben beruhen auf Geschäftsberichte, Unternehmenspräsentationen, Berechnungen und Schätzungen. Quelle: Bloomberg, HRI
Stand: 28. September 2015

Platz 14: Leoni
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Die Leoni AG aus Nürnberg ist als Hersteller von Kabeln und Drähten auf Bordnetz-Systeme spezialisiert. Als Zulieferer für Volkswagen machte das Unternehmen 2014 einen Umsatz von 243 Millionen Euro, das waren 6 Prozent des Gesamtumsatzes.

Platz 13: Rheinmetall
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Auch Rheinmetall erzielt 6 Prozent seines Gesamtumsatzes mit VW, 294 Millionen Euro waren es im Geschäftsjahr 2014.

Platz 12: ZF Friedrichshafen
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Rund 1,5 Milliarden Euro erlöste der Konzern mit den Wolfsburgern, 9 Prozent des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2014.

Platz 11: Continental
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Der Dax-Konzern erwirtschaftete durch VW-Aufträge im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro, die immerhin 9 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten.

Platz 10: Delphi
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Der US-Zulieferer Delphi Automotive setzte bei Geschäften mit VW 2014 rund 1,2 Milliarden Euro um – 10 Prozent des Gesamtumsatzes.

Platz 9: Elring-Klinger
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Der unter anderem auf Zylinderkopf und Spezialdichtungen spezialisierte Konzern machte durch Geschäfte mit VW absolut den geringsten Umsatz in der Rangliste: lediglich 142 Millionen Euro. Die Summe machte trotzdem 10 Prozent des Gesamtumsatzes im Geschäftsjahr 2014 aus.

Gewiss, dass die Gewinne sich nicht in Tandem mit dem Absatz nach unten bewegten, hat Toyota zu einem erheblichen Teil günstigen Wechselkurswinden zu verdanken. Das Unternehmen verbuchte Wechselkursgewinne von 160 Milliarden Yen. Aber einen Großteil der sinkenden Verkäufe machte Toyota mit einem traditionellen Bordmittel wett – mit Einsparungen.

Dazu addieren sich viele Stärken: Toyota spielt in allen Antriebsarten in der Weltspitze mit und dominiert sie bei zwei Öko-Themen: den Hybridmotoren und den Brennstoffzellenautos. Außerdem ist der Konzern global relativ gleichmäßig aufgestellt und hat derzeit Zukunftsthemen besetzt. Hinzu kommt, dass die Fabriken deutlich schlanker als bei Volkswagen sind.

Zu allem Glück ist Toyotas größter Markt jener, der derzeit dank billigem Öl, aufgestauter Nachfrage und Bevölkerungswachstum am besten läuft: den USA. Toyota kann daher hoffen, die Abschwächung der Autokonjunktur in den Schwellenländern wenigstens teilweise wettzumachen.

Toyota nutzt Gewinne lieber, um in neue Technik zu investieren
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  • Nicht ganz ...
    "Anders als VW spielt er bei allen Antriebsarten in der Weltspitze mit ..."
    Beim Schummeldiesel hat VW die Nase vorn, hehe.

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