Japanische Hersteller profitieren vom starken Euro
Nissan und Mazda auf der Überholspur

Ungeachtet der Branchenflaute haben nach dem größten japanischen Autohersteller Toyota auch dessen heimische Konkurrenten Nissan und Mazda im ersten Geschäftshalbjahr deutlich höhere Ergebnisse eingefahren. Die Japaner profitierten von Kostensenkungen, neuen Modellen und in Europa vom starken Euro, der gegenüber dem Yen in den vergangenen Monaten stark an Wert gewonnen hat.

hz/fu TOKIO/FRANKFURT. Die Börse reagierte unbeeindruckt: Nissan-Aktien sowie Mazda-Titel gaben trotz anfänglicher Gewinne in einem schwachen Aktienmarkt in Tokio nach und schlossen im Minus.

Japans fünftgrößter Autohersteller Mazda verdoppelte in den ersten sechs Monaten seines Geschäftsjahres (31. März) nahezu das Betriebsergebnis. Der operative Gewinn des Unternehmens, an dem der US-Autokonzern Ford rund ein Drittel hält, kletterte von April bis September dieses Jahres um 94 % auf 28,43 Mrd. Yen (rund 226 Mill. Euro). Für das Gesamtjahr bekräftigte Mazda seine Prognosen für einen operativen Gewinnanstieg um 28 % auf 65 Mrd. Yen und erhöhte seine Umsatzprognose leicht auf 2,5 Bill. Yen. Vor allem in Europa, wo Mazda ein Fünftel seiner Autos verkauft, seien die Geschäfte mit einem Absatzplus von 36 % gut gelaufen und hätten leichte Rückgänge in Japan und ein Minus von 10 % auf dem US-Markt wieder mehr als wettgemacht.

Trotz Dollarschwäche sind die Japaner auf dem größten Automobilmarkt der Welt jedoch kaum zu stoppen. Im Oktober steigerte Mazda seinen Absatz in den USA bereits wieder um 52 %, Nissan legte um 18 % und Toyota um 12 % zu.

Auch der Renault-Partner Nissan Motor fuhr im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres erneut einen operativen Rekordgewinn ein und bestätigte damit seine vorläufigen Zahlen vom Oktober. Dank neuer Modelle und niedriger Kosten sei der operative Ertrag im Jahresvergleich um 15,2 % auf 401,1 Mrd. Yen (3,2 Mrd Euro) gestiegen. „Nissan hat mehr in den USA produziert und so den negativen Dollar-Effekt aufgefangen“, kommentierte Akio Yoshino von SG Yamaichi Asset Management.

Der Überschuss sank in dem Ende September beendeten Halbjahr dagegen unter anderem wegen höherer Steuerzahlungen um 17,4 % auf 237,7 Mrd. Yen (1,9 Mrd Euro). Die Gewinnprognose für das bis zum 31. März 2004 laufende Gesamtgeschäftsjahr beließ der drittgrößte Autohersteller Japans nahezu unverändert bei rund 495 Mrd. Yen.

Die Japaner, an denen der französische Autohersteller Renault 44% hält, würden damit zum dritten Mal hintereinander einen Rekordgewinn einfahren, nachdem Nissan im Jahr 2000 noch am Rande des Untergangs stand. Doch Nissan-Chef Carlos Goshn brachte den Konzern mit harten Kostensenkungen wieder auf Kurs. Mit einer Umsatzrendite von 11,3 % übertrifft Nissan inzwischen sogar die beiden japanischen Konkurrenten Toyota und Honda.

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