Japanische Industrie
Canon mit historischen Gewinnrückgang

Die Krise bei den japanischen Exportwerten weitet sich aus: Der japanische Büroausrüster- und Kamerahersteller Canon hat nach einem deutlichen Quartalsverlust seine Prognose gesenkt und erwartet zum ersten Mal in neun Jahren einen Gewinnrückgang.

HB DÜSSELDORF/TOKIO. Der japanische Büroausrüster- und Kamerahersteller Canon hat nach einem deutlichen Quartalsverlust seine Prognose gesenkt und erwartet zum ersten Mal in neun Jahren einen Gewinnrückgang. Als Grund nannte das Unternehmen am Montag in Tokio eine nachlassender Nachfrage nach Kopiergeräten und Digitalkameras sowie den stärkeren Yen.

Der größte Digitalkamerahersteller vor Wettbewerber Sony senkt den Ausblick für den operativen Gewinn für das Gesamtjahr um ein Viertel auf 580 Mrd. Yen (4,88 Mrd. Euro). Im vergangenen Jahr hatte der Gewinn bei 756,67 Mrd. Yen gelegen, Analysten hatten für 2008 im Schnitt mit 693 Mrd. Yen gerechnet.

Die Prognosesenkung bei Canon war am Markt bereits erwartet worden, nachdem Sony seinen Ausblick in der vergangenen Woche um 57 Prozent reduziert hatte. Das Unternehmen hatte ebenfalls auf die Yen-Kursentwicklung sowie auf sinkende Umsätze bei Flachbildschirmen und Digitalkameras verwiesen.

In den drei Monaten von Juli bis September hatte Canon einen operativen Gewinn von 129,3 Mrd. Yen erzielt, im Vorjahreszeitraum waren es noch 174,22 Mrd. Yen. Der Überschuss fiel zur gleichen Zeit um 21 Prozent auf 83 Mrd. Yen und der Umsatz um 6,2 Prozent auf 985,99 Mrd. Yen.

Der rasant gestiegene Yen trifft nach einem Zeitungsbericht auch den japanischen Autobauer Honda hart. Wie die gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtete, dürfte Hondas operativer Gewinn im laufenden Geschäftsjahr um etwa 40 Prozent auf 550 bis 580 Milliarden Yen (4,9 Milliarden Euro) sinken. Zum Beginn des noch bis 31. März 2009 laufenden Geschäftsjahres hatte der Autobauer noch einen Betriebsgewinn von 650 Milliarden Yen angepeilt, hatte die Prognose aber später bereits auf 630 Milliarden Yen nach unten revidiert.

Auch andere japanische Unternehmen leiden unter dem starken Yen und den Folgen des globalen Wirtschaftsabschwungs. In Marktkreisen wurde vor dem Höhepunkt der Bilanzsaison in der kommenden Woche befürchtet, dass viele Unternehmen ihre Ertragsprognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidieren werden. Honda wird seine Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr am Dienstag bekanntgeben. Auch Panasonic, Toshiba Fujitsu, Sharp und andere weltweit bekannten Unternehmen legen in dieser Woche ihre Zahlen vor

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