Japanische Unternehmen planen ihr Engagement sehr langfristig
Japans Pharmakonzerne erobern Deutschland

Takeda, Yamanouchi, Sankyo, Eisai und Fujisawa haben in der einstigen Apotheke der Welt große Pläne.

DÜSSELDORF. Yamanouchi und Fujisawa, die Nummern drei und fünf unter Japans Pharmaunternehmen, erwägen nach Hinweisen aus Branchenkreisen einen Zusammenschluss, der sie mit 8,4 Mrd. $ nahe an Marktführer Takeda heran brächte. Beide Unternehmen dementierten allerdings entsprechende Meldungen. „Es ist keine Fusionsentscheidung gefallen“, teilte Yamanouchi mit. Ein Fujisawa-Sprecher räumte zwar ein, dass sein Unternehmen auf Partnersuche sei. „Aber Einzelheiten sind noch nicht entschieden“, sagte er.

Analysten in Japan bezeichnen die Verbindung allerdings als sinnvoll, zumal beide Unternehmen schon zu gleichen Teilen an einem Joint venture beteiligt sind, das frei verkäufliche Arzneimittel herstellt. „Das ließe weitere Zusammenschlüsse erwarten“, sagte ein Analyst bei Shinko Securities in Tokio, und dies könne der Branche die überfällige Neuordnung bringen. Pharmaaktien gehören in Japan zu den wenigen, die im Aufwärtstrend an Japans Börse kräftig Federn gelassen haben.

Ein Zusammenschluss könnte sich auch in Deutschland auswirken, wo sich Japans Pharmaunternehmen anschicken, stärker Fuß zu fassen. Mit einer gut sortierten Palette vorwiegend patentgeschützter Medikamente machen sie sich gegenwärtig in Praxen und Krankenhäusern unentbehrlich. So ist Yamanouchi mit ihrem Mittel „Omnic“ gegen gutartige Prostata-Vergrößerungen einer der starken Anbieter im Indikationsfeld Urologie. Dabei setzt sie auf die Zusammenarbeit mit dem größten deutschen Pharmaunternehmen, Boehringer Ingelheim, wie Geschäftsführer Ulrich Eggert erläutert.

Außerdem hat Yamanouchi Mittel gegen Hautkrankheiten sowie gegen Störungen des Magen-Darm-Traktes im Programm. Das einlizensierte „Vomex A“ ist ein weiterer wichtiger Umsatzträger. Es dürfte als für sicher befundenes und damit nicht mehr der Verschreibungspflicht unterliegendes Präparat allerdings unter der Gesundheitsreform leiden, weil es nicht mehr erstattet wird.

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