Japanischer Autobauer hofft auf Kapitalspritze
Daimler-Chrysler lässt Mitsubishi zappeln

Mitsubishis Deutschland-Chef Rolf Eckrodt hat Schwierigkeiten bei der Sanierung des japanischen Autobauers eingeräumt und hofft auf eine Kapitalspritze des Hauptgesellschafters Daimler-Chrysler. Doch die Stuttgarter sind zu einer Kapitalspritze derzeit nicht bereit.

HB STUTTGART. „Eine Kapitalerhöhung bei Mitsubishi ist für uns derzeit kein Thema“, sagte ein Daimler-Chrysler-Sprecher am Wochenende. Der Mitsubishi-Chef hatte in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ erklärt, Mitsubishi optimiere seine Finanzen zwar aus eigener Kraft, „zusätzlich wäre auch finanzielle Unterstützung unserer Gesellschafter willkommen“. Eckrodt fügte hinzu: „Unsere finanzielle Stärke steht nicht im Einklang mit unserem operativen Geschäft.“ Daimler-Chrysler ist mit 37 % nach dem Mitsubishi-Konglomerat zweitgrößter Aktionär von Mitsubishi Motors.

Mitsubishi musste einräumen, dass die Sanierung der Nummer Vier unter den japanischen Autobauern ins Stocken geraten ist. „Wir hatten zwei sehr erfolgreiche erste Jahre. Nun sind wir auf Grund der Probleme im US-Geschäft in Verzug geraten“, sagte Eckrodt der Zeitung. „Die Genesung verzögert sich.“ Die Japaner hätten unter dem Preiskampf auf dem US-Markt und dem schwachen Dollar gelitten. Zudem kämpft Mitsubishi dort mit Kreditausfällen bei seiner jungen Kundschaft. Unter anderem deswegen hatte Eckrodt im Juli die Prognose für den operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2003/2004 (zum 31. März) um rund ein Drittel auf 60 Mrd. Yen (rund 500 Mill. €) von 90 Mrd. Yen nach unten revidiert.

An einen Ausstieg von Daimler-Chrysler glaubt Eckrodt nicht. „Auch wenn die Sanierung mehr Zeit in Anspruch nimmt als geplant, profitiert auch Daimler-Chrysler von uns. Der Eintritt in den asiatischen Markt ist ein Muss“, sagte er. Allerdings hat der Stuttgarter Konzern für die Aufstockung seiner Anteile, die seit September möglich wäre, Bedingungen gestellt: eine weitere Senkung der bereits drastisch abgebauten Schulden von Mitsubishi Motors und ein „angemessenes“ Ertragsniveau. Das sei kurzfristig nicht in Sicht, hieß es zuletzt. Dem Ruf nach frischem Kapital für Mitsubishi hatte sich Daimler-Chrysler schon im Frühjahr 2003 widersetzt.

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