Japanischer Autobauer
Honda hat Erfolg mit Hybrid-Auto

Der zweitgrößte japanische Autobauer Honda Motor ist weniger von der Branchenkrise getroffen als andere Konzerne. Im abgelaufenen Quartal hat er einen geringeren Verlust eingefahren als erwartet. 2010 will Honda wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Hoffnung liegt in der neuen Antriebstechnik.

TOKIO. Der japanische Autohersteller Honda hat im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr einen höheren Gewinn erwirtschaftet als erwartet. Das Nettoergebnis liege bei 137 Mrd. Yen (rund einer Mrd. Euro), teilte das Unternehmen gestern in Tokio mit. Die Tendenz sieht allerdings ungünstig aus. Im vierten Quartal von Januar bis März häufte sich bereits ein Verlust von 1,4 Mrd. Euro an. Gute Gewinne in der ersten Jahreshälfte konnten das Minus in der zweiten Hälfte jedoch knapp ausgleichen.

„Sowohl die Jahres- als auch die Quartalszahlen sind besser ausgefallen, als wir erwartet haben“, notieren Analysten von Nomura Securities. Vor allem die Kostensenkungen seien wesentlich wirksamer gewesen als zuvor geschätzt. Honda hatte auch an Forschung und Entwicklung sowie am Vertriebsnetz gespart.

Stützend wirkte auch das Geschäft mit Motorrädern, die sich vor allem in Asien weiter gut verkauften – der Absatz stieg im Gesamtjahr um 8,5 Prozent. Honda erhielt zudem Rückenwind vom leichten Nachgeben des japanischen Yen, der den Exporteuren noch im Januar durch einen steilen Anstieg Angst gemacht hatte. Auch für das laufende Jahr will das Unternehmen auf jeden Fall wieder einen Gewinn präsentieren. Um das zu erreichen, seien nachhaltige Kostensenkungen bereits angelaufen.

Experten bezweifeln jedoch, dass sich das Kunststück in dem derzeit katastrophalen Marktumfeld hinbekommen lässt. Das Unternehmen erwarte, weitere 340 Mrd. Yen im Vertrieb einsparen zu können – realistischer sei jedoch ein nur zweistelliger Milliarden-Betrag, so die Nomura-Analysten. Außerdem könnte der Absatzeinbruch noch wesentlich ernster ausfallen, als Honda bisher annehme.

Doch in den vergangenen Monaten konnte Japans zweitgrößter Autohersteller zunächst Erfolge vorweisen. Die Markteinführung des Hybridautos Insight gilt als sehr gelungen. Das Auto sieht dem Marktführer in seiner Sparte, dem Toyota Prius, sehr ähnlich. Wegen einer kostengünstigeren Technik bietet Honda das Auto jedoch 35 00 Euro günstiger an. Die Verbraucher wussten das zu schätzen und kauften gleich im ersten Monat 18 000 Stück. Ein Jahresabsatz allein dieses Modells von über 200 000 Stück erscheint Analysten jetzt realistisch. Toyota steuert jedoch bereits dagegen und bietet seinen neuen Prius ab diesem Monat zum Kampfpreis an. Doch Honda steht im Vergleich keineswegs wacklig da. Toyota rechnet in diesem Jahr mit einem Verlust in Milliardenhöhe. Das Unternehmen legt am Freitag kommender Woche Zahlen vor.

Honda investiert derweil 20 Mio. Euro in den Elektrohersteller Pioneer, der vor allem für ausgeklügelte Autonavigationsgeräte bekannt ist. Der Absatzrückgang sowohl von Autos als auch von Elektronik hat Pioneer in diesem Jahr schwer getroffen. Das Unternehmen erwägt derzeit, Staatshilfe zu beantragen. Da Pioneer zugleich aus dem Geschäft mit Fernsehgeräten aussteigt, erwarten Analysten nun eine stärkere Konzentration des Unternehmens auf den Markt für Autoelektronik – zusammen mit dem neuen Partner Honda.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%