Japanischer Autobauer: Toyota bläst zur Attacke

Japanischer Autobauer
Toyota bläst zur Attacke

Der japanische Autobauer Toyota nimmt den Konkurrenzkampf mit Volkswagen und Hyundai/Kia um die Weltmarktführerschaft an. Die Kampfansage vom Deutschland-Chef: „Dieses Jahr schalten wir auf Aggressivität.“
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HamburgToyota nimmt im Rennen um die Weltmarktführung die Kampfansage der aufstrebenden Rivalen Volkswagen und Hyundai/Kia an. „Dieses Jahr schalten wir auf Aggressivität", kündigte Deutschland-Chef Toshiaki Yasuda am Mittwoch im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters an. Nach den Nackenschlägen durch Qualitätsprobleme und der Serie von Naturkatastrophen von Fukushima und Thailand fühlt sich der japanische Vorzeigekonzern, der 2012 - nach nur einem Jahr Abwesenheit - an die Weltmarktspitze zurückgekehrt war, stärker denn je. „Wir sind durch die Probleme kräftiger geworden." Toyota habe die Zeit genutzt, um die Strukturen zu straffen und neue Modelle zu entwickeln.

Rund um den Globus brachte Toyota im vergangenen Jahr einschließlich der Töchter Daihatsu und Hino 9,75 Millionen Autos an die Kundschaft. Mit einigem Abstand folgte die Opel-Mutter General Motors mit 9,3 Millionen Fahrzeugen, gefolgt von Volkswagen mit 9,1 Millionen - wobei die Wolfsburger ihre Lkw-Töchter Scania und MAN nicht mitzählten. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wer als erstes die zehn Millionen schafft.

Zur Festigung seines weltweiten Führungsanspruchs nimmt Toyota die Hilfe der japanischen Notenbank gerne an, die den Kurs der Landeswährung Yen auf Sinkflug geschickt hat und damit den Export von Gütern aus Japan kräftig ankurbelt. Was die anderen Industriestaaten als Währungskrieg geißeln, könnte aus Sicht von Toyota ruhig so weiter gehen. „Für uns ist der Yen immer noch stark", sagt Yasuda und zieht als Vergleich die Zeit vor der Lehmann-Pleite vor fünf Jahren heran. Damals lag der Euro-Kurs bei knapp 160 Yen, am Mittwoch notierte er bei 126 Yen. Da ist also noch Luft nach oben.

Yasusa machte jedoch klar, dass Toyota den schwachen Yen nicht für eine Exportoffensive nutzen werde. 70 Prozent der in Europa verkauften Autos werden in Europa gebaut, in den USA ist der Prozentsatz lokaler Fertigung ebenfalls hoch. Ähnlich sichern sich auch die anderen Autobauer gegen Wechselkursschwankungen ab, indem sie den Anteil der Produktion auf den Auslandsmärkten in den vergangenen Jahren erhöht haben. Der schwache Yen kommt Toyota zudem bei der Umrechnung der Erlöse in die Heimatwährung zugute: „Für den Gewinn ist der schwache Yen besser", sagt Yasuda und lächelt.

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  • Leider baut Toyota immer noch Autos, die NULL Emotion wecken.

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