Jede zehnte Stelle fällt weg: Miele streicht jede zehnte Stelle

Jede zehnte Stelle fällt weg
Miele streicht jede zehnte Stelle

Der Haushaltsgerätehersteller Miele baut in Deutschland fast jede zehnte Stelle ab. Das entspricht zehn Prozent der Miele-Belegschaft im Stammland. Bis zum 30. September 2006 in Deutschland insgesamt 1 077 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden.

HB GÜTERSLOH. Mit dem drastischen Arbeitsplatzabbau reagierte der traditionsreiche Haushaltsgeräte-Hersteller Miele auf den immer härteren Wettbewerbe mit Billiganbietern. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Miele ist ein kerngesundes Familienunternehmen“, betonte Geschäftsführer Horst Schübel. Mit den eingeleiteten Maßnahmen will Miele nach eigenen Angaben „eine Wachstumsphase für die Firma einleiten“. Die Trendwende beim Umsatz sei bereits geschafft. Trotz eines guten Auslandsgeschäfts hatten die Gütersloher in den vergangenen Jahren in Deutschland lange mit der Konsumflaute zu kämpfen. In der zweiten Jahreshälfte 2004 wuchsen auch im Inland die Erlöse wieder um zwei Prozent. Insgesamt kletterte der Umsatz weltweit im Kalenderjahr 2004 (das Geschäftsjahr endet am 30. Juni) um 2,5 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro.

Betriebsbedingte Kündigungen sollten vermieden werden, sagte Unternehmenssprecher Theodor Siepert der Nachrichtenagentur dpa. „Wir bemühen uns außerdem sehr, dass dieser Abbau nur rechnerisch vollzogen wird und tatsächlich viel mehr Stellen erhalten bleiben“. In enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat sei in fünf Monaten ein Konzept entstanden, das Elemente wie etwa verstärkte Altersteilzeit oder Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs vorsehe. Freiwillige Leistungen wie das Weihnachtsgeld blieben bestehen. Bei der Gruppe waren Ende 2004 insgesamt gut 15 000 Menschen beschäftigt, davon mehr als 11 000 in der Bundesrepublik. 2005 investiert Miele zugleich 135 Millionen Euro in Produktionsanlagen und neue Arbeitsmethoden, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Getreu der Tradition des Herstellers für hochwertige Elektrogeräte erteilte der zweite Geschäftsführer Theodor Sailer einem Einstieg in günstigere Preislagen am Freitag erneut eine Absage: „Wir haben uns als Hersteller von Premiumprodukten weltweit etabliert.“ Nach Angaben des Unternehmens wirkte sich der Preisdruck aber insofern aus, dass der Abstand zum Hauptfeld der billigeren Konkurrenz zu groß geworden war.

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