Jeder dritte FTSE-Konzern ist ein Übernahme-Kandidat
Britische Konzerne auf der Einkaufsliste

Potenzielle Investoren sehen sich unter den Unternehmen im britischen Leitindex um. Die Londoner Börse ist die Drehscheibe für die internationale Fusionswelle – und passenderweise selber eine der am heftigsten umworbenen Bräute.

LONDON. O2, Allied Domecq, Pilkington, BPB, Exel, BOC, P&O, The Body Shop – die Liste angesehener britischer Unternehmen, die in den vergangenen Monaten von ausländischen Konzernen gekauft wurden, ist lang. Aber die Liste derer, die Angebote vorliegen haben oder immer wieder als Kaufobjekt genannt werden, ist noch viel länger: Sie umfasst rund ein Drittel der 100 größten Konzerne.

Die Londoner Börse ist die Drehscheibe für die internationale Fusionswelle – und passenderweise selber eine der am heftigsten umworbenen Bräute. Erst am Dienstagabend meldete die Nasdaq überraschend einen Einstieg bei der LSE mit 15 Prozent. Doch während auf dem „Kontinent“ protektionistische Reflexe aufleben, nehmen die Briten das Interesse an ihren Unternehmen mit nüchternem Geschäftssinn wahr.

Die Branchen, in denen die meisten Fusionsgespräche laufen, sind die Finanzwirtschaft und die Energie – zugleich die beiden Schwergewichte im Londoner FTSE-Index der 100 führenden Werte. Seit die spanische Bank Santander Ende 2004 die britische Abbey National übernahm, stehen weitere britische Banken im Schaufenster. Dauerkandidat für eine Übernahme aus dem Ausland ist Lloyds TSB, aber sogar die zu den Spitzenunternehmen des Index zählende Royal Bank of Scotland wird als angreifbar gehandelt. Hoch im Kurs bei Spekulanten stehen auch die Versicherer. Nach der gescheiterten Großfusion zwischen Aviva und Prudential gelten beide Firmen als Übernahmeziele.

In der Energiebranche ist der Öl- und Gasförderer BG Group eines der am häufigsten genannten Ziele, weil die Ölmultis versuchen, ihre Reserven aufzustocken – zuletzt wurden Shell und Exxon mit ihm in Verbindung gebracht. Nicht erst seit der gescheiterten Übernahme von Scottish Power durch Eon sind außerdem die noch unabhängigen Versorger ganz oben auf der Liste. Eine Kombination der beiden schottischen Versorger wird ebenso seit langem erwartet wie der Griff eines ausländischen Gasproduzenten nach Marktführer Centrica.

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