
HB LONDON. Jeremy Clarkson ist nicht zu sprechen. "Er gibt keine Interviews", sagt seine Pressesprecherin und schiebt noch hinterher, "er gibt Zeitungsjournalisten keine Interviews." Und deutschen schon mal gar nicht, diesen verdammten Teutonen. Das sagt sie nicht, aber so würde es Clarkson wohl formulieren und vielleicht den Hitler-Gruß dabei nachmachen.
Es wäre nicht das erste Mal. Jeremy Clarkson, 50 Jahre alt, Journalist, berühmt geworden als Moderator der BBC-Autotestsendung "Top Gear", weil der Mann so gänzlich respektlos mit allen Testwagen, Herstellern und ihrer Geschichte umgeht. Mehr gebe es über Clarkson womöglich nicht zu sagen, wenn er nicht mit derselben Schnoddrigkeit auch über alles andere herziehen würde: Politik und Umwelt, Deutschland und Frankreich, Vegetarier und Schwule.
So schaffte er es, weltweit bekannt zu werden wie kaum ein anderer britischer Fernsehmoderator. Und Clarkson beschränkt sich nicht auf seine TV-Shows. Er schreibt auch Zeitungskolumnen und Bücher. Der Mann betreibt eine globale Marketingmaschinerie, die jetzt auch Deutschland erreicht hat. Bis Mitte September stahlt Kabel eins einige der besten Top-Gear-Folgen aus.
Clarkson ist eine Mischung aus Stefan Raab und Dieter Bohlen der Autoszene. Er gibt sich genauso derb wie Bohlen, wenn dieser über die Schwächen der Kandidaten in seiner Sendung "Deutschland sucht den Superstar" höhnt. Bei Clarkson klingt das so: "Das Leben ist nie so schlecht, dass Deutschland besser wäre." Oder: "Amerikaner sind zu dick und zu stillos, um anständige Autos zu bauen." Und den ehemaligen britischen Premier Gordon Brown, der seit einem Unfall auf einem Auge blind ist, bezeichnete er als "einäugigen Idioten".
Clarkson hat auch ähnlich absurde Ideen wie die, mit denen Raab die Unterhaltungsbranche aufmischt. Der Brite hat einen seiner Testwagen gegen den japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen um die Wette fahren lassen, einen anderen gegen einen Kampfpanzer. Ein Auto hat er im Palast des ehemaligen rumänischen Diktators Nicolae Ceaucescu ausprobiert, ein anderes in den Abwasserkanälen von Belfast. Dass die meisten der Clarkson-Spielzeuge am Ende Schrott sind, ist einkalkuliert.
Um es mit JC's Worten zu sagen;
der Autor hat einfach zuviele VW Passats und Kübelwagen gefahren. Der Autor mag es nicht, wenn das Armaturenbrett Farbe trägt, er möchte sein Auto gerade gezeichnet, grau in grau und mit einem Heizölmotor betrieben haben. Wenn der Autor entscheiden könnte, ob er Gänsehautsound im Heck oder fünf Liter mehr Kofferraumvolumen haben könnte, dann würde er sich für den Kofferraum entscheiden. Nur, damit er noch ein weiteres Paar Lederhosen reinpacken könnte. Und der Autor glaubt vermutlich heute noch, dass England ein Land voller Winston Churchills und Prinzen Charles ist, teesaufend und zigarrenpaffend, die Ohren steil in den kühlen Wind der Insel gestellt und von jeglichem Einfluss anderer Meinungen befreit.
Lesen sie mal eines seiner Bücher und kucken sie sich die Sendung vielleicht mal, wenn Sie schon zwei oder drei Weizen auf Ex hatten. Das macht locker und öffnet den Geist für andere Ansichten. Ich hoffe, das Lachen wird nicht allzusehr im Gesicht schmerzen. Falls doch, einfach noch ein Weizen hinterherkippen.
PS: Furzkissen sind wirklich lustig, im Gegensatz zu furzlangweiligen und schlecht recherchierten Artikeln. Da nützt auch das Spicken mit angestaubten Vorurteilen nix.
Mit Verlaub, die werte Autorin sollte sich vielleicht doch lieber bei der Bild-Zeitung bewerben. Mieserabel recherchiert und nichts verstanden.
Clarkson nimmt kein Blatt vor den Mund, macht sich aber auch pausenlos über sich selbst lustig, das scheint der Autorin irgendwie entgangen zu sein. Und sich darüber aufzuregen wenn jemand in der Eiswüste am Nordpol einen Gin Tonic trinkt ist schlichtweg lächerlich.
Wie schon erwähnt wurde machen sich die Herrschaften auch regelmäßig über die Sinnlosigkeit von SUVs und die Umweltbilanz des Toyota Prius lustig. Durchaus sinnvoll, traut sich von den deutschen Autosendungen komischerweise keine.
Wer sich selbst nicht für zu wichtig nimmt sollte auch über die politisch nicht korrekten Kommentare lachen können. Ich habe mich jedenfalls noch nie persönlich angegriffen gefühlt.
Urspruenglich war Top Gear eine ernsthafte und langweilige Autotestsendung, inzwischen ist es nahezu ausschliesslich eine (sehr gut gemachte) Entertainmentsendung. Natuerlich sind die drei Hauptakteure mehr oder weniger Auto- und Technikfans, sogenannte Petrolheads, aber in der Sendung spielen sie in erster Linie eine Rolle. May spielt den wohlerzogenen und langsamfahrenden Gentleman, Hammond den ueberdrehten jungen boyracer und Clarkson den Chief of speed und grumpy old man.
Das in diesem Artikel zu kritisieren ist genauso merkwuerdig, wie Eminem fuer die Sprueche und Texte seiner diversen alter Egos zu kritisieren.
Obwohl ich, in England lebend, ansonsten mit Autos nichts am Hut hab und mich eher fuer Fahrraeder begeistere, schaue ich gerne Top Gear, weil es sehr gut gemachtes Entertainment ist. Und ab und zu gibt es auch mal "sensible advice" botschaften, wie etwa wenn die "drei von der Tankstelle" ueber die laecherliche SUV Kultur herziehen oder auf einem Feld biodiesel anbauen und dann mit einem biodiesel bMW ein Rennen bestreiten.
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