Jetzt kommt der „Rambo-Polo“
VW startet in China durch

Der VW-Konzern fährt in China wieder auf Erfolgskurs. Der Wolfsburger Autobauer hat im Reich der Mitte seine Verkäufe im 1. Quartal 2007 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Erstmals wurden mehr als 200 000 Fahrzeuge in der Volksrepublik (inklusive Hongkong) verkauft. Wie der Anbieter von VW und Audi in Peking mitteilte, soll das Wachstum bis Jahresende nicht abflauen. „Wir wollen unsere Position als Marktführer verteidigen und mit neuen Modellen noch ausbauen“, sagte China-Chef Winfried Vahland.

Die neuen Modelle werden in diesem Jahr nach seinen Worten erst im zweiten Halbjahr einen positiven Effekt zeigen. Als nächstes bringt VW nach Informationen des Handelsblatts den aufgemotzten „Cross Polo“ nach China. Das Modell mit der Geländewagenoptik soll in zwei Wochen auf der wichtigen Automesse in Schanghai erstmals dem Milliardenvolk präsentiert werden und vor allem junge Städter ansprechen.

Bereits vorgestellt wurden der europäische Passat (Name in China: Magotan) sowie als erstes chinesisches Skoda-Modell der Octavia. Beide Modelle werden mit besonders viel Chrom und Zubehör auf die chinesischen Wünsche zugeschnitten und sollen noch bis Sommer in den Verkauf kommen. In den ersten drei Monaten stieg der China-Verkauf auf 202 623 Fahrzeuge. Besonders stark legten allerdings die Audi-Absätze zu – um 27 Prozent auf 24 342 verkaufte Autos.

Bis zum Jahr 2010 will Volkswagen-China mit den Marken VW, Audi und Skoda seinen jetzigen Marktanteil von 17,5 Prozent halten noch ausbauen. Ein Marktanteil von 20 Prozent sei nicht unrealistisch, sagte Vahland. Allerdings sei der chinesische Markt mit 60 Anbietern die am härtesten umkämpfte Autoregion der Welt. „Wir wollen nicht Wachstum um jeden Preis.“

In diesem Jahre stehe bei VW in China die Profitabilität im Vordergrund. Allerdings erlebt die Branche seit Jahren in China große Überkapazitäten, starken Wettbewerb und einen massiven Preiskampf. Seit dem WTO-Beitritt Chinas sind die Autopreise um rund ein Drittel gefallen. Auch die neuen Modelle von VW und Skoda werden in China günstiger als in Europa sein.

Der billigste VW (Modell Jetta) kostet in China rund 8000 Euro. Als günstige Modellreihe soll Skoda künftig darunter liegen. Nach dem Octavia werde Skoda bis 2010 in China noch den Superb sowie den Fabia bringen, kündigte der VW-Manager an. VW werde aber kein kleines Billigauto für die Chinesen auf den Markt bringen, stellte Vahland klar. „Wir gehen nicht unter die Grenze von 65 000 Yuan (6500 Euro).“ In den Medien hattes es Spekulationen gegeben, der Konzern wolle in dieses stark wachsende Marktsegment Chinas einsteigen.

Volkswagen war der erste ausländische Hersteller in der Volksrepublik und ist noch immer Marktführer mit der größten Modellpallette. Allerdings brach der Absatz vor einigen Jahren radikal ein, musste der Konzern 2005 erstmals in seiner Geschichte einen Verlust in China melden. Im vergangenen Jahr gab es jedoch wieder 108 Mill. Euro operativen Gewinn.

Dieses Ergebnis soll 2007 weiter verbessert werden, so die Vorgabe von Vahland, der vor zwei Jahren als Sanierer nach Peking gekommen ist. Sein radikales Sparprogramm, nach dem die Kosten bis 2008 um 40 Prozent gesenkt werden sollen, sei bereits zur Hälfte umgesetzt, so der Manager: „Wir haben in China die Wende geschafft.“

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