Joachim Milberg verlässt Aufsichtsrat
Ehemaliger BMW-Chef kehrt MAN den Rücken

Joachim Milberg wird nach Informationen des Handelsblatts sein Aufsichtsratsmandat beim Münchener Nutzfahrzeugkonzern MAN niederlegen. Der ehemalige BMW-Vorstandschef und heutige Vorsitzende des BMW-Aufsichtsrates will mit den neuen Herren im Hause nichts zu tun haben.

mwb/fas/hof/rob STUTTGART. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, geht Milberg aus eigenem Antrieb. Er halte es grundsätzlich nicht für sinnvoll, wenn zu viele Vertreter der Automobilindustrie in dem Gremium seien, hieß es. VW war vor einigen Monaten bei MAN eingestiegen und hat nach und nach beinahe ein Drittel an dem Konzern gekauft.

Volkswagen fordert mit der Aufstockung seiner Anteile an MAN auch drei Aufsichtsratsmandate. Branchenkreisen zu Folge erhebt VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Anspruch auf den vergleichbaren Spitzenposten bei MAN. Milberg hat offensichtlich keine Ambition, mit Piëch in einem Kontrollgremium zu sitzen. Das Haus BMW hält seit jeher Distanz zum Wolfsburger VW-Konzern und dessen Tochterunternehmen und BMW-Konkurrenten Audi.

Der Aufsichtsrat von MAN tagt am 6. März und bestimmt die Kandidatenliste für eine Neuwahl des Gremiums auf der Hauptversammlung am 10. Mai. Mit seinen mittlerweile 29,9 Prozent der Anteile hat VW nach den allgemeinen Gepflogenheiten Anspruch auf die geforderten drei Sitze in dem 20-köpfigen Gremium.

Als weiterer sicherer Kandidat für ein Ausscheiden aus dem MAN-Aufsichtsrat gilt der ehemalige Audi- und Ex-Fiat-Chef Herbert Demel. Zwischen dem Vorstand des Autozulieferers Magna und Ferdinand Piëch besteht ein äußerst angespanntes Verhältnis. Piëch hatte Demel 1994 zum Audi-Chef gekürt und nach massiven Auseinandersetzungen 1997 nach Brasilien strafversetzt. Auch auf eine Mandatsverlängerung von Rudolf Rupprecht, dem stets auf die Eigenständigkeit von MAN pochenden ehemaligen Vorstandschef des LKW-Herstellers, dürfte Piëch nach Meinung aus Branchenkreisen kaum gesteigerten Wert legen.

VW war bei MAN groß eingestiegen, nachdem die Münchener im September öffentlich gemacht hatten, den schwedischen Konkurrenten Scania kaufen zu wollen. Doch sowohl der Scania-Großaktionär Investor, der von der schwedischen Wallenberg-Familie kontrolliert wird, als auch Volkswagen als zweiter großer Scania-Besitzer lehnten das Angebot ab. VW arbeitet aber weiter an einer Allianz aus MAN und Scania, in die die Wolfsburger ihr brasilianisches Truck-Geschäft einbringen wollen.

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