Johannes Teyssen

Eon-Chef fordert Energiezuschüsse

Der Eon-Chef wehrt sich gegen die Kritik an der Preispolitik von Energiekonzernen: Steigende Preise hätten nichts mit der Energiewende zu tun. Stattdessen bringt er Energiezuschüsse für Geringverdiener ins Gespräch.
21 Kommentare
Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Bilanz-Pressekonferenz. Quelle: dpa

Eon-Chef Johannes Teyssen bei einer Bilanz-Pressekonferenz.

(Foto: dpa)

BerlinAngesichts gestiegener Strompreise hat der Chef des größten deutschen Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, staatliche Zuschüsse für Geringverdiener ins Gespräch gebracht. Die Energiewende dürfe Strom nicht zum Luxusgut machen, sagte Teyssen der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe). „Wird der Energieumbau zu teuer, dann muss das Sozialsystem einspringen und die Mehrbelastung für einkommensschwache Haushalte abfedern“, sagte Teyssen.

Kritik, die Energieversorger hätten die Strompreise in den vergangenen Jahren deutlich angehoben, wies der Eon-Chef zurück. „Die Preise sind in den letzten Jahren nicht übermäßig stark gestiegen.“ Er sei aber auch sicher, dass viele Menschen dafür Verständnis hätten, „dass die erneuerbaren Energien nicht umsonst den Weg in den Markt finden, sondern auch über den Strompreis finanziert werden müssen“.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte unlängst den Stromproduzenten vorgeworfen, die Energiewende zu unterlaufen. Steigende Strompreise hätten nichts mit der Energiewende zu tun, die Konzerne würden ihre Erhöhungen zum Teil falsch begründen.

Die Energiewende ist ein zentrales Projekt der Bundesregierung. Nach der Reaktorkatastrophe vor einem Jahr in Japan soll in Deutschland der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen und gleichzeitig die erneuerbare Energie ausgebaut werden.

  • rtr
Startseite

21 Kommentare zu "Johannes Teyssen: Eon-Chef fordert Energiezuschüsse für Geringverdiener"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • 29.03.2012, 07:56 Uhr @ proLINKS
    Weil auch Gering Verdiener auf die Straße gegangen sind und gebrüllt haben "abschalten sofort " auch damals schon in dem wissen das Strom natürlich teurer wird .

    Wir dürfen Vorsätzlichkeit unterstellen , die sollen ihren Strom mal schön selber bezahlen den sie verbrauchen , zum Marktpreis natürlich !!!

  • Es muss generell umgedacht werden. Ewiges Wachstum und ewige Gewinnsteigerungen kann es nicht geben. Die Erde und ihre Resourcen sind begrenzt. Das ist Fakt. Was ebenso verlorengegangen ist, sind Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Moral, Ehre, Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit. Es ist nahezu unertraeglich, wie Konzere Subventionen abgreifen (Steuergelder) trotz Millionen- oder Millardengewinnen.Im Umkehrschluss finanziert der Steuerzahler einen Teil der Gewinne!?! In einer sogenannten sozialen Marktwirtschaft sollte es aus meiner Sicht keine Subventionen geben. Wenn ein Unternehmen aus eigener Kraft nicht am Markt bestehen kann, sollte es nicht mit Steuergeldern gepaempert werden.

  • Der hemmungslose Schrei nach Subventionen in Deutschland wird unser Untergang sein. Wenn unsere Energiekonzerne keinen wettbewerbsfähigen Strom mehr anbieten können, dann importiert preiswerten Strom aus dem europäischen Ausland. Das Vermischen und Kaschieren von Fakten kann in Deutschland zu einem bösen Erwachen führen. Lieber frühzeitig die Fakten auf den Tisch und dann die wirtschaftliche Entscheidung (oder auch die politische) als Verschleppen von falschen Entscheidungen mit einem bösen Erwachen. So kann die unendliche Subvention von Photovoltaik zu keinem Zeitpunkt in Deutschland wettbewerbsfähigen Strom erzeugen. Die Träume von neuen Arbeitsplätzen ist jetzt schon zu Ende, wir haben aber mit unserem Volksvermögen andere Länder in ihrer technischen Entwicklung hervorragend unterstützt. Nach dem 2. Weltkrieg hat es keinen Industriezweig in Deutschland gegeben, der über Subventionen langfristig überleben konnte. Unsere Politiker tragen die Schuld an diesen Fehlentwicklungen, weil für sie nur kurzfristiges Agieren zählt und keine langfristige wettbewerbsfähige Planung.

  • Der Anteil der Steuern und Abgaben am Brutto-Strompreis beträgt heute fast 45 %. Das Jahr 1998 ist deshalb als Basisjahr angegeben, weil ab diesem Zeitpunkt die sogen. "Liberalisierung" des Strommarktes begonnen hat. Wie immer, wenn die Politik in den Markt eingreift, ist das gründlich schief gegangen. Im vermeintlich nicht liberalisierten Markt waren die Strompreise deutlich günstiger. Heute treiben die von Steuern und Abgaben getriebenen Strompreise, vor allem nach der "Energiewende", die großen stromverbrauchenden Unternehmen aus dem Land - und damit auch die Arbeitsplätze.

  • Wir sind schon schon fast alle Netto - Geringverdiener.

  • Ich verstehe leider nicht genug vom Thema Energieerzeugung, -netze, - technologie etc., um die Argumentationsführung der Energieerzeuger zu kommentieren. Aber aus meiner Sicht muss man das auch nicht verstehen, um dennoch zu erkennen, dass Energie als Basisressource für zivilisierte und soziale Gesellschaften ein Gemeingut sein sollte, das nicht dem Prinzip der Gewinnmaximierung unterliegen darf. Ähnlich der Betreuung von Kindern.

    Es zeigt schon eine ungeheure Chuzpe, weiterhin steigende Gewinne aus Steuermitteln sicherstellen zu wollen - und das mit der so überraschend kommenden Energiewende zu begründen. Kein Lenker eines Konzerns dieser Größe kann glaubhaft machen, er hätte diese oder jene Herausforderung für seine Branche nicht kommen sehen und sich nicht schon rechtzeitig eine Strategie zurechtgelegt, damit umzugehen: Sollte das bei Herrn Teyssen doch tatsächlich so sein, dann gehört er nicht auf den Posten.

    Ich persönlich glaube, es gehörte bisher zur Strategie, die bestehenden Analgen und Strukturen für die Aktionäre auszulutschen - ohne Rücklagen für strategisch erforderliche Projekte aufzubauen.

    Im Zweifelsfall zieht ja inzwischen das Stichwort Systemrelevanz, um staatliche Gelder abzufassen. Im vorliegenden Fall sogar so unverblümt plump, dass es an Beleidigung grenzt. Wann übernehmen Konzernlenker einmal wirklich Verantwortung für ihren Aufgabenbereich und werden ihrer Rolle als strategisch denkender Unternehmer gerecht, der Aktionärsinteressen als einen von vielen zu berücksichtigenden Faktoren in seine Startegie einbezieht - aber nicht den einzigen, dem sich alles andere unterzuordnen hat?

  • Lieber Herr el Sapo,

    da Sie sich in der Energiewirtschaft offenbar auskennen, haben Sie offenbar bewusst das Basisjahr 1998 gewählt und die Preissenkungen bis zum Jahr 2000 ausgeblendet. So kann man mit Statistik die Wahrheit verschleiern. Auch die von Ihnen angegebenen 130 % lassen solange keine Aussage zu, wie die Basis und der Anteil der Steuern an dem Bruttopreis nicht angegeben werden. Auch hier offenbar die Neigung mit Halbwahrheiten zu argumentieren.

    Mit freundlichem Gruß

    Sailor

  • DAS wäre die Lösung. Zumindest ein staatliches Netz wäre ein Anfang.
    Die Konzerne investieren dort ja sowieso nichts -man denke an den großen Stromausfall im Münsterland vor einigen jahren

  • So ein Quatsch. Die EE koppeln uns in wenigen Jahren von den Beschaffungskosten für Gas und Öl ab. Schon heute wirken sie preisdämpfend für die Industrie, wie kürzlich überall zu lesen war.
    Problem für die Konzerne ist künftig die ständig steigenden Preise weiter zu begründen, an den Rohstoffen kanns nämlich dann nicht mehr liegen. Die gibts umsonst.

    Übrigens zur achso billigen Atomzeit sind die Preise auch permanent gestiegen.

  • Wer hier einen Kommentar abgibt, sollte sich zumindest oberflächlich über den Energiemarkt informieren. Die reinen Strompreise (Erzeugung und Transport) sind in den Jahren 1998 bis 2010 um 13 % gestiegen. Die Steuern und Abgaben jedoch sind um 130 % gestiegen - das 10fache. Wer ist hier der Abzocker?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%