Johannes Teyssen
Eon-Chef fordert Energiezuschüsse für Geringverdiener

Der Eon-Chef wehrt sich gegen die Kritik an der Preispolitik von Energiekonzernen: Steigende Preise hätten nichts mit der Energiewende zu tun. Stattdessen bringt er Energiezuschüsse für Geringverdiener ins Gespräch.
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BerlinAngesichts gestiegener Strompreise hat der Chef des größten deutschen Energiekonzerns Eon, Johannes Teyssen, staatliche Zuschüsse für Geringverdiener ins Gespräch gebracht. Die Energiewende dürfe Strom nicht zum Luxusgut machen, sagte Teyssen der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe). „Wird der Energieumbau zu teuer, dann muss das Sozialsystem einspringen und die Mehrbelastung für einkommensschwache Haushalte abfedern“, sagte Teyssen.

Kritik, die Energieversorger hätten die Strompreise in den vergangenen Jahren deutlich angehoben, wies der Eon-Chef zurück. „Die Preise sind in den letzten Jahren nicht übermäßig stark gestiegen.“ Er sei aber auch sicher, dass viele Menschen dafür Verständnis hätten, „dass die erneuerbaren Energien nicht umsonst den Weg in den Markt finden, sondern auch über den Strompreis finanziert werden müssen“.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte unlängst den Stromproduzenten vorgeworfen, die Energiewende zu unterlaufen. Steigende Strompreise hätten nichts mit der Energiewende zu tun, die Konzerne würden ihre Erhöhungen zum Teil falsch begründen.

Die Energiewende ist ein zentrales Projekt der Bundesregierung. Nach der Reaktorkatastrophe vor einem Jahr in Japan soll in Deutschland der Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen und gleichzeitig die erneuerbare Energie ausgebaut werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Johannes Teyssen: Eon-Chef fordert Energiezuschüsse für Geringverdiener"

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  • 29.03.2012, 07:56 Uhr @ proLINKS
    Weil auch Gering Verdiener auf die Straße gegangen sind und gebrüllt haben "abschalten sofort " auch damals schon in dem wissen das Strom natürlich teurer wird .

    Wir dürfen Vorsätzlichkeit unterstellen , die sollen ihren Strom mal schön selber bezahlen den sie verbrauchen , zum Marktpreis natürlich !!!

  • Es muss generell umgedacht werden. Ewiges Wachstum und ewige Gewinnsteigerungen kann es nicht geben. Die Erde und ihre Resourcen sind begrenzt. Das ist Fakt. Was ebenso verlorengegangen ist, sind Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Moral, Ehre, Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit. Es ist nahezu unertraeglich, wie Konzere Subventionen abgreifen (Steuergelder) trotz Millionen- oder Millardengewinnen.Im Umkehrschluss finanziert der Steuerzahler einen Teil der Gewinne!?! In einer sogenannten sozialen Marktwirtschaft sollte es aus meiner Sicht keine Subventionen geben. Wenn ein Unternehmen aus eigener Kraft nicht am Markt bestehen kann, sollte es nicht mit Steuergeldern gepaempert werden.

  • Der hemmungslose Schrei nach Subventionen in Deutschland wird unser Untergang sein. Wenn unsere Energiekonzerne keinen wettbewerbsfähigen Strom mehr anbieten können, dann importiert preiswerten Strom aus dem europäischen Ausland. Das Vermischen und Kaschieren von Fakten kann in Deutschland zu einem bösen Erwachen führen. Lieber frühzeitig die Fakten auf den Tisch und dann die wirtschaftliche Entscheidung (oder auch die politische) als Verschleppen von falschen Entscheidungen mit einem bösen Erwachen. So kann die unendliche Subvention von Photovoltaik zu keinem Zeitpunkt in Deutschland wettbewerbsfähigen Strom erzeugen. Die Träume von neuen Arbeitsplätzen ist jetzt schon zu Ende, wir haben aber mit unserem Volksvermögen andere Länder in ihrer technischen Entwicklung hervorragend unterstützt. Nach dem 2. Weltkrieg hat es keinen Industriezweig in Deutschland gegeben, der über Subventionen langfristig überleben konnte. Unsere Politiker tragen die Schuld an diesen Fehlentwicklungen, weil für sie nur kurzfristiges Agieren zählt und keine langfristige wettbewerbsfähige Planung.

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