Johnson & Johnson Actelion-Übernahme beinahe abgeschlossen

Die Übernahme des Schweizer Unternehmens Actelion durch Johnson & Johnson neigt sich dem Ende entgegen. Die Amerikanern halten 77,2 Prozent der Aktien. Die Transaktion soll schon bald abgeschlossen sein.
Update: 31.03.2017 - 10:18 Uhr Kommentieren
Johnson & Johnson hält aktuell 77,2 Prozent der Aktien der Schweizer Firma. Quelle: dpa
Actelion

Johnson & Johnson hält aktuell 77,2 Prozent der Aktien der Schweizer Firma.

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ZürichDie größte Pharma-Übernahme in Europa seit 13 Jahren biegt in die Zielgerade ein. Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson hält nach Ablauf der Angebotsfrist gut 77 Prozent der Aktien des Schweizer Biotechnologieunternehmens Actelion. Die 30 Milliarden Dollar schwere Transaktion sei auf Kurs zu einem Abschluss im zweiten Quartal, teilte J&J am Freitag mit. Die erforderlichen Genehmigungen dürften bis dahin vorliegen. Bislang hätten die Wettbewerbsbehörden in Japan und Israel zugestimmt.

J&J hatte den Zukauf Ende Januar angekündigt. Der einvernehmliche Deal war unter anderem an die Bedingung geknüpft, dass dem Konzern mindestens 67 Prozent der Actelion-Aktien angedient werden. Die Amerikaner offerierten den Aktionären von Europas größter Biotech-Firma 280 Dollar je Titel. Zudem erhalten sie Anteile der Firma Idorsia, in die Actelions Forschung ausgegliedert wird und die als eigenständiges Unternehmen an die Schweizer Börse SIX kommt. Darin sehen Analysten auch den Grund, dass die Actelion-Aktien an der Börse mit aktuell 281,80 Franken mehr kosten, als J&J zahlt.

J&J sicherte sich Actelion erst im zweiten Anlauf: Nach einer ersten Verhandlungsrunde ohne Einigung hatte sich der Konzern aus New Jersey zunächst zurückgezogen und dem französischen Konkurrenten Sanofi das Feld überlassen. J&Js Angebot entspricht einem Aufpreis von mehr als drei Viertel gegenüber vergangenem November, als erste Spekulationen über ein Interesse der Amerikaner an Actelion die Runde machten.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Die Pharmabranche sorgte in jüngster Zeit mit zahlreichen Milliarden-Deals für Schlagzeilen. Angetrieben vom Auslaufen vieler Patente sowie hohen Kosten für Forschung und Entwicklung schließen sich immer mehr Firmen zusammen. Derzeit tobt ein Bieterwettstreit um den deutschen Arzneimittelhersteller Stada.

Die 1997 gegründete Actelion ist auf Medikamente zur Behandlung von lebensbedrohlichem Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH) spezialisiert und hochprofitabel. J&J greift für die Firma allerdings tief in die Tasche, auch wenn in der Branche in der Vergangenheit noch höhere Prämien gezahlt wurden: Im vergangenen August etwa erwarb der US-Pharmariese Pfizer den Krebsspezialisten Medivation für mehr als das doppelt des Börsenwerts vor Bekanntwerden des Kaufinteresses.

  • rtr
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