Johnson & Johnson Zukauf und neue Krebsmittel kurbeln das Geschäft an

Die Übernahme von Actelion wirkt sich bereits im ersten Quartal nach Abschluss der Transaktion positiv auf die Zahlen von Johnson & Johnson aus. Der Pharmakonzern überrascht die Analysten. An der Börse kommt das gut an.
Kommentieren
Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern legt nach der Actelion-Übernahme überraschend gute Zahlen vor. Quelle: AP
Johnson & Johnson

Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern legt nach der Actelion-Übernahme überraschend gute Zahlen vor.

(Foto: AP)

New YorkDer US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) profitiert bereits von der Großübernahme des Schweizer Biotechnologieunternehmens Actelion. Im ersten Quartal nach Abschluss der Transaktion übertraf J&J die Erwartungen und schraubte seine Ziele fürs Gesamtjahr nach oben. Dazu trugen auch die neuen Blutkrebsmittel Darzalex und Imbruvica bei, die auf hohe Nachfrage stießen. An der Wall Street erhielt das US-Unternehmen am Dienstag Beifall, seine Aktie stieg um 1,6 Prozent.

Im abgelaufenen Vierteljahr sank der Nettogewinn zwar um zwölf Prozent auf 4,27 Milliarden Dollar. Er fiel aber ebenso höher aus als von Analysten vorausgesagt wie der Konzernumsatz, der um gut zehn Prozent auf 19,65 Milliarden Dollar stieg. Noch stärker legten die Pharmaerlöse zu mit einem Plus von mehr als 15 Prozent. Zum Konsumgütergeschäft gehören Marken wie Penaten-Babypflege, o.b.-Tampons und Listerine-Mundwasser. Fürs Gesamtjahr stellt das Management nun Gesamterlöse von 76,1 bis 76,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Auch die Gewinnprognose wurde angehoben.

Die Gewinnbringer der Pharmabranche
Platz 10: Prevenar
1 von 10

Der Impfstoff schützt vor der Infektionskrankheit Pneumokokken, einer bakteriellen Lungenentzündung, die vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen lebensbedrohlich sein kann. Dem Pharma-Riesen Pfizer bringt der Impfstoff jährlich 5,7 Milliarden Dollar ein.

Platz 9: Lantus
2 von 10

Den Insulin-Stift von Sanofi nutzen weltweit Millionen Diabetiker – und bescheren dem französischen Pharmakonzern jährlich Einnahmen von mehr als sechs Milliarden Dollar.

Platz 8: Herceptin
3 von 10

Unter dem Namen Herceptin vermarktete der Baseler Pharmakonzern Roche einen Antikörper, der zur Behandlung von einigen Brust- und Magenkrebsformen eingesetzt wird. Die Entwicklung der Arznei durch den Krebsforscher Dennis Slamon wurde 2008 unter dem Titel „Living Proof“ verfilmt. Bis heute hat auch Roche seine Freude an dem Medikament: Es generiert pro Jahr einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar. Damit trägt Herceptin allein mehr als zehn Prozent zum Jahresumsatz von Roche bei.

Platz 7: Avastin
4 von 10

Mit Avastin hat Roche ein weiteres profitables Krebsmedikament im Portfolio: Avastin ist beispielsweise für Darm-, Lungen- oder Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Die Baseler verdienen pro Jahr 6,72 Milliarden Dollar mit dem Wirkstoff.

Platz 6: Revlimid
5 von 10

Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Celgene ist in Europa als „Orphan Drug“ zugelassen – also als Medikament für seltene Krankheiten. Das bedeutet, dass es nur in wenigen Fällen verschrieben wird, die Therapiekosten jedoch sehr hoch sind. Das Krebsmittel bringt Celgene im Jahr knapp 7 Milliarden Dollar.

Platz 5: MabThera/Rituxan
6 von 10

Das wichtigste Krebsmittel von Roche generiert jährlich 7,23 Milliarden Dollar Umsatz. Der unter den Namen MabThera und Rituxan vermarktete Wirkstoff gilt als Vorreiter der sogenannten gezielten Krebstherapie, bei der die Antikörper mittels Gentechnik hergestellt werden.

Platz 4: Remicade
7 von 10

Die Ampullen der US-Pharmariesen Johnson & Johnson sowie Merck & Co. helfen gegen zahlreiche Krankheiten: In Europa ist das Medikament als Therapie etwa für die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn oder die Hautkrankheit Schuppenflechte zugelassen. Der Allrounder bringt den beiden Konzernen jährliche Einnahmen von 8,2 Milliarden Dollar.

J&J hatte den Actelion-Kauf im Juni abgeschlossen. Mit einem Volumen von 30 Milliarden Dollar war es die größte Übernahme in der europäischen Pharmabranche seit 13 Jahren. Sie bringt J&J lukrative Mittel gegen seltene Krankheiten.

  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Johnson & Johnson: Zukauf und neue Krebsmittel kurbeln das Geschäft an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%