Joint Venture bislang in der Erfolgsspur
TNK-BP erwartet Einigung mit Gazprom über riesiges Gasfeld

Der Chef des britisch-russischen Ölkonzerns TNK-BP, Robert Dudley, erwartet eine Übereinkunft mit dem staatlich kontrollierten Gasmonopolisten Gazprom über die Entwicklung des ostsibirischen Gasfelds Kowikta: „Ich rechne damit, dass wir in diesem Jahr eine Einigung erzielen“, sagte Dudley in Berlin.

BERLIN. Das Kowikta-Feld ist das wohl vielversprechendste Gas-Vorkommen in Russland. Nach Schätzungen von TNK-BP dürfte es so groß sein wie die gesamten Gasreserven Norwegens. Strategisch spielt es für TNK-BP eine zentrale Rolle: Dudley möchte den Konzern, der gemessen an seiner Ölförderung derzeit die Nummer zwei in Russland nach Lukoil ist, stärker auf das lukrative Erdgasgeschäft ausrichten.

Ohne Übereinkunft mit Gazprom kann TNK-BP das Gas aber nicht exportieren und muss es für einen geringeren Preis in Russland verkaufen. Hauptabnehmer für Kowikta-Gas wären China und Südkorea.

Gazprom kontrolliert rund 90 Prozent des russischen Gasmarktes und die damit verbundene Infrastruktur - vor allem die Pipelines. Der Monopolist hat schon seit einiger Zeit ein Auge auf das riesige Kowikta-Feld geworfen. „Wir brauchen Gazprom für die Entwicklung und den Export“, sagte Dudley. Die Einigung mit dem Gaskonzern müsse auf verschiedenen Ebenen erreicht werden. Details dazu wollte der TNK-BP-Chef aber nicht nennen. Im März hatte der Konzern Gazprom die Mehrheit an einer noch zu gründenden Projekt-Holding angeboten.

Bisher hat TNK-BP eigenen Angaben zufolge rund 400 Mill. Dollar in das ostsibirische Feld gesteckt. Auch wenn es nicht so schnell zu einer Einigung mit Gazprom kommt, erwartet Dudley keine Probleme mit der Lizenz für Kowikta: „So lange wir weiter investieren, werden wir die Lizenz nicht verlieren.“

Bisher gilt TNK-BP dreieinhalb Jahre nach der Gründung des Joint-Ventures als Erfolg. „Das Management hat viel erreicht“, sagt Uwe Kumm, Managing Partner von Roland Berger in Russland. Eine Studie der Rating-Agentur Fitch weist darauf hin, dass TNK-BP im vergangenen Jahr seine Öl-Produktion dank des Einsatzes moderner Fördertechnik bis zu sieben Prozent im Vergleich zu 2004 steigern konnte und damit weit über der durchschnittlichen Wachstumsrate der russischen Ölindustrie von zwei Prozent liegt.

Mit dem Fokus künftiger Investitionen auf neue Projekte will sich TNK-BP von alten Produktions-Töchtern wie Udmurtneft trennen. Ende April läuft die letzte Gebotsrunde für den Förderbetrieb an. Fitch Ratings erwartet, dass TNK-BP bis zu 2,5 Mrd. Dollar aus dem Verkauf erzielen kann.

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