Joint-Venture in China
Thomson und TCL gründen größten TV-Hersteller der Welt

Durch die Zusammenlegung ihres Fernseh- und DVD-Geschäfts wollen der französische Thomson-Konzern und sein chinesischer Wettbewerber TCL International Holdings zum größten TV-Hersteller der Welt aufsteigen. Das Joint-Venture der beiden Elektronik-Konzerne unter dem Namen TCL-Thomson Electronics soll jährlich 18 Millionen Fernseher verkaufen und mehr als drei Milliarden Euro umsetzen, teilten beide Konzerne am Montag mit.

HB DÜSSELDORF. Die chinesische TCL halte zunächst zwei Drittel des Gemeinschaftsunternehmens und soll Thomson zufolge die Firma innerhalb der nächsten 18 Monaten vollständig übernehmen.Im Gegenzug werde Thomson über einen Aktientausch zweitgrößter Aktionär der in Hongkong ansässigen Tochter des zweitgrößten chinesischen TV- und Handy-Herstellers TCL Group. Analysten sprachen von einem strategisch klugen Schritt, da Thomson Zugang zu dem schnell wachsenden chinesischen Markt bekomme und TCL seine Rolle auf dem Weltmarkt ausbaue.

Thomson wird nach eigenen Angaben Schlüsselpositionen im Management des Gemeinschaftsunternehmens besetzen. 9 000 Thomson-Mitarbeiter sollten in der neuen Firma tätig sein. Neue Stellenstreichungen seien nicht geplant. Der französische Konzern verspricht sich von der Zusammenlegung einen positiven Ergebniseffekt. Auch Branchenexperten äußerten sich positiv. „Das ist ein großer Abschluss - die Hochzeit der größten TV-Geräteverkäufer in China und den Vereinigten Staaten“, sagte Zhao Hongli, Analyst von Daiwa Securities. Die größten Konkurrenten auf dem TV-Markt sind der japanische Sony-Konzern, die südkoreanische LG-Electronics und der niederländische Philips-Konzern.

Thomson-Chef Charles Dehelly sagte vor Journalisten in Paris, er rechne damit, dass die operative Gewinnmarge im Verlauf eines Jahres um zwei Prozentpunkte steigen werde, da Verlustbringer abgestoßen würden. Die Investmentbank UBS schätzt, dass Thomsons Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit), also der Ebit-Anteil am Umsatz, dank des neuen Unternehmen 2005 auf mehr als elf Prozent steigen könnte. Seit dem Börsengang von Thomson im vierten Quartal 1999 hatte das Unternehmen im Schnitt eine Spanne von 6,4 Prozent erzielt.

Nach der bindenden Absichtserklärung beider Konzerne sollen die Produkte des Gemeinschaftsunternehmen in Europa und Nordamerika mit den Thomson-Marken Thomson und RCA vermarktet werden, während in Asien und den Schwellenländern die dort bekanntere TCL-Marke verwendet wird. TCL-Thomson Electronics verfügt über Vermögenswerte von mehr als 450 Millionen Euro.

TCL, die vergangenes Jahr den insolventen Allgäuer Elektronikkonzern Schneider Technologies erworben hatte, erzielt rund zwei Drittel seiner TV-Umsätze am chinesischen Heimatmarkt. Mit dem Gemeinschaftsunternehmen kann die Firma nach Einschätzung von Analysten ihre Stellung am Weltmarkt stärken, ohne in China Einbußen befürchten zu müssen.

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