Jost-Werke
Lkw-Zulieferer will diesen Monat an die Börse

Der Lkw-Zulieferer Jost-Werke plant den Börsengang. Für den Hersteller von Anhängerkupplungen ist es der zweite Anlauf: Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen ähnliche Pläne, zog sie jedoch kurz vorher zurück.
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FrankfurtDer hessische Lkw-Zulieferer Jost-Werke will als letztes Unternehmen vor der Sommerpause den Sprung an die Frankfurter Börse schaffen. Der Hersteller von Anhängerkupplungen und Stützwinden legte die Preisspanne für seine Aktien am Mittwoch auf 25 bis 31 Euro fest. Institutionelle Investoren können die Papiere bis zum 19. Juli zeichnen, einen Tag später ist die Erstnotiz geplant.

Um den Prozess abzukürzen, bleiben private Anleger außen vor. Die Kapitalmärkte gelten für Neuemissionen bis etwa Mitte Juli als aufnahmebereit, dann sind die Manager großer Fonds und anderer Investoren in der Sommerpause. Der Börsengang soll mindestens 220 Millionen Euro einbringen, 130 Millionen davon sollen an Jost-Werke selbst gehen.

Damit könnte das Unternehmen die Hälfte seiner Verbindlichkeiten zurückzahlen. "Der Zugang zum Kapitalmarkt wird unsere weiteren Wachstumspläne unterstützen und Investitionen in strategische Bereiche wie etwa autonomes Kuppeln ermöglichen", sagte Vorstandschef Lars Brorsen. Das Unternehmen hofft vom Trend zu überlangen Schwertransporten mit Anhängern und mehreren Achsen zu profitieren.

Zudem hat China strengere Vorschriften für Lkw eingeführt, die das Geschäft ankurbeln sollen. Bei Stützwinden und Sattelkupplungen ist Jost unangefochtener Weltmarktführer, nur in den USA liegt der Rivale SAF-Holland vorne. 2016 setzte Jost-Werke mit 2800 Mitarbeitern 634 Millionen Euro um.

Für Brorsen ist es der zweite Versuch, Jost an die Börse zu bringen. Vor knapp zwei Jahren hatte das Unternehmen seine Pläne wieder zurückgezogen, weil es die Aktienmärkte für zu wacklig hielt. Der Finanzinvestor Cinven, der bereits seit 2008 an Jost beteiligt ist und noch 64 Prozent hält, drängt auf einen Ausstieg. Er will bei der Emission so viele Papiere verkaufen, dass danach mindestens 50 Prozent an Jost im Streubesitz sind. Je nachdem, wie teuer die Aktien am Ende verkauft werden, ist Jost an der Börse 381 bis 441 Millionen Euro wert. Begleitet wird die Emission von JPMorgan, Deutsche Bank und Commerzbank.

Bisher hatten es in Deutschland in diesem Jahr nur der Essenslieferdienst Delivery Hero, die Restaurantkette Vapiano und der Elektromaschinen-Bauer Aumann in den streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse geschafft. Am Donnerstag bekommt der deutsche Aktienmarkt aber weiteren Zuwachs. Dann wird das Einzel- und Großhandels-Geschäft von Metro (Metro, Real) getrennt vom Elektronik-Handel (MediaMarkt, Saturn) an der Börse gehandelt. Die bisherige Metro AG wird in Ceconomy umgetauft.

Auch in der Schweiz schickt sich ein Börsenkandidat an, noch vor dem Sommer an die Börse zu gehen. Der Stromzähler-Hersteller Landis+Gyr ist sogar noch einen Tag später an der Reihe als Jost, am 21. Juli. Die Emission soll mit bis zu 2,4 Milliarden Franken die größte seit mindestens zwei Jahren in Zürich werden. Die ehemalige Siemens-Tochter gehört der japanischen Toshiba, die den Erlös dringend für ihre Sanierung braucht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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