JP Morgan bezieht Stellung
Gutachten empfiehlt offenbar Piechs Abgang

Volkswagen sind die Probleme bewusst, die durch die Doppelrolle Ferdinand Piechs als VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Großaktionär entstehen. Ein angefordertes Gutachten der Investmentbank JP Morgan spricht nach Presseinformationen Tacheles.

HB/hof FRANKFURT. Die Banker hätten sich nicht nur gegen Piechs Rücktritt als VW-Aufsichtsratschef ausgesprochen, sondern obendrein den Einzug von Porsche-Vertretern in das Kontrollgremium der Wolfsburger abgelehnt, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe.

JP Morgan war den Angaben zufolge von VW beauftragt worden, das Gutachten unter der Fragestellung zu verfassen, wie die Wolfsburger auf den Einstieg des Stuttgarter Sportwagenbauers reagieren sollten. Porsche hatte sich bis zum Ende der vergangenen Woche mehr als 18,5 Prozent an VW gesichert. Auf seiner außerordentlichen Sitzung am vergangenen Montag soll sich der Aufsichtsrat mit den Ergebnissen der Analyse befasst haben, berichtete die Zeitung.

JP Morgan habe in seiner Argumentation gegen eine Porsche-Vertretung im VW-Aufsichtsrat auf die große Gefahr von Interessenkonflikten hingewiesen, die sich aus der Kombination von Aktionärs-, Wettbewerbs- und Kooperationsinteressen ergäben. JP Morgan plädiere als Konsequenz dafür, dass Porsche sich und seine Interessen im Aufsichtsrat durch neutrale Dritten vertreten lasse, erfuhr die Zeitung aus Teilnehmerkreisen. Nach bisherigen Angaben will Porsche zwei bis drei eigene Vertreter in den VW-Aufsichtsrat schicken, darunter Unternehmenschef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter.

Bereits in der vergangenen Woche waren Gerüchte laut geworden, die Kapitalseite im Aufsichtsrat plane einen Putschversuch gegen Piech, weil dieser als Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef nun eine Doppelrolle bei Volkswagen spiele. Aus Teilnehmerkreisen war am Dienstag zu hören, dass das Thema eines möglichen Interessenkonfliktes von Piech im Gremium tatsächlich kontrovers diskutiert wurde. Zu einer Abstimmung über Piech kam es jedoch nicht, nachdem sich vor allem die Arbeitnehmerseite demonstrativ hinter den früheren VW-Chef gestellt hatte. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der zu den heftigsten Piech-Kritikern gehört, hatte vor der Sitzung noch einmal betont, er sehe einen Interessenkonflikt bei Piech.

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