Jubiläumsfeier abgesagt
Opel kneift vor Demonstranten

Trotz der für 2016 angekündigten Schließung des Bochumer Opel-Werks wollte das Unternehmen am Samstag das 50-jährigen Bestehen der Fabrik feiern. Doch jetzt wird das Fest abgesagt – aus Sicherheitsgründen.
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DüsseldorfDie Feier zum 50-jährigen Jubiläum des Opel-Werks Bochum ist abgesagt. Bis zu 20.000 Besucher waren für Samstag auf dem Werksgelände erwartet worden – doch angesichts der in dieser Woche verkündeten Schließung des Standorts im Jahr 2016 hat das Unternehmen das Fest jetzt abgesagt, bestätigte ein Sprecher der Stadt Bochum. Es seien deutlich mehr Besucher erwartet worden als ursprünglich angenommen, sagte er.

Nach Gesprächen mit der Stadt sei die Veranstaltung aus „Sicherheitsgründen“ abgesagt worden, berichtete unter anderem der Radiosender WDR2. Offensichtlich befürchtete das Unternehmen, dass der Aufruf von Gewerkschaften zu einer Solidaritätskundgebung den Rahmen gesprengt hätte und zu viele Menschen auf das Werksgelände hätten strömen können. Bei der Absage handele sich um einen „unglaublichen Vorgang“, kommentierte Rainer Einenkel, Betriebsratschef des Bochumer Werks die Entscheidung, wie die WAZ berichtete.

„Das Bochumer Werk muss bleiben“, unterstrich der Betriebsrat des Werks erneut. Die Belegschaft hatte bei dem geplanten Familienfest am Samstag eigentlich zeigen wollen, „wie wichtig das Bochumer Werk für die Region ist.“ Tausende von Besuchern seien erwartet worden. „Die Enttäuschung über das Verhalten von Opel ist groß“, beklagte die Arbeitnehmervertretung.

Die Stadt habe Nachbesserungen am Sicherheitskonzept für die Feier verlangt, erläuterte der Sprecher. „Daraufhin hat Opel abgesagt“. Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) bedaure dies sehr. Bei Opel in Rüsselsheim war keine Stellungnahme zu erhalten.

Ursprünglich hatte die Feier bereits Ende Oktober stattfinden sollen, doch die Hängepartie um die Zukunft des Werkes dürfte der Grund für die Verlegung in den Dezember gewesen sein. Opel hatte am Montag angekündigt, das Bochumer Automobilwerk mit 3365 Beschäftigten dichtzumachen.

Die Entscheidung begründete Interimschef Thomas Sedran mit dem dramatisch geschrumpften Automarkt in Westeuropa und den hohen Überkapazitäten in der gesamten Branche. „Gemeinsam mit den Menschen der Region, Gewerkschaften, Künstlern, Initiativen und vielen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden wir jetzt eigenständig eine große Veranstaltung organisieren“, kündigte der Betriebsrat an. „Diese Veranstaltung werden wir uns von Opel nicht verbieten lassen.“

 
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Jubiläumsfeier abgesagt: Opel kneift vor Demonstranten"

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  • Zu ihrer Bemerkung, welche Autos noch in Deutschland gebaut werden, muss ich vermuten, dass sie außer in Bochum noch nie irgendwo in Deutschland gewesen sind. Würden Sie Deutschland überhaupt auf einer Landkarte finden?

  • Vielleicht wäre es billiger für GM, wenn es alle Werke in Deutschland schließt und den "Mitarbeitern" dafür ihr Gehalt bis zum Lebensende weiterbezahlt. Aber auf diese Idee kommen die unverschämten Phantasten von Opel bestimmt auch selber noch. Allerdings werden sie diese Rente auch noch für ihre unverheirateten Töchter verlangen, denn Opel-Mitarbeiter sind ja was Besseres als andere Angestellte, die entlassen werden.

  • ich bin auch auf der suche, nach einen Insignia Sportstourer...

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