Jubilee-Ölfeld
Exxon investiert in Westafrika

Die großen Ölvorkommen in Afrika locken immer mehr Investoren an. Nun will offenbar der weltgrößte Erdöl- und Erdgaskonzern Exxon Mobil seine Engagements in Afrika aufstocken. Berichten zufolge erwägt Exxon den Teilkauf des Jubilee-Ölfeldes in Ghana für vier Milliarden Dollar. Das Feld gilt als einer der größten Ölfunde der letzten Jahre.

KAPSTADT/DÜSSELDORF. Die Anteile werden von Kosmos Energy verkauft; hinter der Gesellschaft stehen die Blackstone Group und Warburg Pincus. Die beiden Investoren sind mit rund 800 Mio. Dollar an Kosmos Energy beteiligt. Das Unternehmen hat Anteile von 31 Prozent beziehungsweise 19 Prozent an dem in zwei Lizenzgebiete unterteilten Ölfeld.

Exxon gilt laut Beobachtern als idealer Investor, weil der Ölriese neben der Erfahrung auch die Finanzkraft zur Entwicklung der Ölfelder besitzt. Nach eigenen Angaben ist Exxon in Afrika einer der größten Ölproduzenten und dort in fünf Staaten vertreten. Täglich werden allein eine Mio. Barrel Rohöl (je 159 Liter) in Nigeria gefördert. Die Amerikaner sind auch in Guinea, Angola und Kamerun sowie der Republik Kongo präsent. Die anderen großen Ölgesellschaften haben den afrikanischen Kontinent ebenfalls entdeckt. Der britische Ölmulti BP etwa ist in Angola aktiv. Das Land sei „eines der wichtigsten Zentren für die Öl- und Gasexploration“, heißt es bei BP. Die Gesellschaft arbeitet dort mit anderen großen Unternehmen wie Exxon Mobil, Total, Sinopec, Statoil Hydro, ENI und Marathon zusammen.

„Afrika verfügt über immense Reserven und wird damit immer wichtiger“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Die Region sei eines der „letzten Gebiete, die noch nicht komplett aufgeteilt sind“. Axel Herlinghaus, Senior-Rohstoffanalyst der DZ Bank, beobachtet einen „regelrechten Verteilungskampf um die Vorräte in Afrika“. Es seien nicht nur die großen Ölunternehmen, die vor Ort sind. „Auch China ist dort sehr aggressiv unterwegs“, sagt der Experte. China biete den Ländern technisches Know-how und Fachpersonal an, um sich Rohölvorräte mit langfristige Abnahmeverträgen zu sichern. Erst Ende September hat China einen Mega-Deal im Wert von rund 30 Mrd. Dollar im ölreichen Nigeria initiiert.

„Afrika ist eine hochinteressante Region für Rohöl“, unterstreicht Herlinghaus. Das Beispiel Nigeria zeige indes, dass Engagements dort problematisch sein könnten: „Die politische Instabilität macht es für die Unternehmen schwierig.“ Leidtragender von zahllosen Rebellenattacken in Nigeria war in der Vergangenheit vor allem die britisch-niederländische Gesellschaft Royal Dutch Shell. Nach einer Amnestie haben die Rebellen nun zwar ihre Waffen niedergelegt, allerdings gibt es noch erhebliche Zweifel, dass die Ruhe in dem Land nachhaltig sein wird.

Trotz solcher Probleme ist Westafrika für die Ölmultis angesichts der begrenzten Expansionsmöglichkeiten in traditionellen Ölländern wie Venezuela oder Russland attraktiv. Besonders eine Reihe neuer Ölfunde vor der Küste zwischen Sierra Leone und Ghana hat zuletzt das Interesse vieler großer Ölkonzerne geweckt. Erst Mitte September ist die amerikanische Explorationsfirma Anadarko bei Probebohrungen im Festlandssockel vor Sierra Leone auf Erdöl gestoßen. Bemerkenswert war der Fund vor allem deshalb, weil er in Lage und Struktur dem vor Ghana gelegenen Jubilee-Ölfeld zu gleichen scheint. Nach Angaben der ebenfalls an dem Fund beteiligten Explorationsfirma Tullow erhöht sich damit die Wahrscheinlichkeit, dass entlang des 1

Seite 1:

Exxon investiert in Westafrika

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%