Jungfernflug des A400M
Airbus siegt im Rennen mit Boeing

Am Ende hatte es fast eine Art Wettlauf mit Boeing gegeben; bei den Amerikanern steht der Erstflug der B787, dem "Dreamliner" kurz bevor. Doch Airbus war schneller. Promis wie Spaniens König Juan Carlos verleihen dem Erstflug der Militärmaschine A400M zusätzlichen Glanz.
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SEVILLA. Die A400M ist ein beeindruckendes Flugzeug. Besonders, wenn ihre mächtigen vier Turboprop-Triebwerke laufen. Die Motoren erzeugen je 11 000 PS und erfüllen den Rollfeld vor der Werkshalle in Sevilla mit einem sonoren, kräftigen Brummen. Kurz vor zehn Uhr steuert Testpilot Ed Strongman den dunkelgrauen Militärtransporter auf die Startpiste.

Rund 2000 Schaulustige stehen im Schlick am Begrenzungszaum der Piste: Airbus-Mitarbeiter, Journalisten und Militärs in schicken Uniformen. Schon von weitem hörbar ist die Gruppe spanischer Airbus-Mitarbeiter, die auch optisch mit ihren knallgelben Warnwesten hervorsticht. Das dunkelgraue Flugzeug rollt an ihnen vorbei, bis an Ende der Startpiste. Dort angekommen, ist es aus der Entfernung kaum mehr auszumachen.

Stille. Vögel zwitschern. Die Zeit vergeht. Plötzlich ist Triebswerklärm zu hören. Um 10.11 Uhr steigt eine kleine weiße Challenger in den Himmel. Der kleine Düsenjet begleitet die A400M auf ihren Jungfernflug, um das Flugzeug aus allen Blickwinkeln zu filmen. Dann ist es soweit. Aus der Ferne rollt die dunkelgraue A400M heran mit eingeschalteten Scheinwerfern. Sachte hebt sich der mächtige Bug, dann löst sich auch das Hauptfahrwerk mit seinen zwölf Reifen vom Boden. Souverän steigt die A400M vor den Schaulustigen in den blauen spanischen Winterhimmel. Es ist 10.15 Uhr. Die Menge jubelt, Kameras surren, es wird aus allen Rohren geknipst.

Der Jungfernflug ist ein voller Erfolg. Und Airbus hat es geschickt verstanden, dass Ereignis zu inszenieren. Am Ende hatte es fast eine Art Wettlauf mit Boeing gegeben; bei den Amerikanern steht der Erstflug der B787, dem "Dreamliner" kurz bevor. Doch Airbus war schneller. Promis wie Spaniens König Juan Carlos verleihen dem Erstflug der A400M zusätzlichen Glanz. Deutschland Verteidigungsminister Theo zu Guttenberg glänzte indes mit Abwesenheit, er war nach Afghanistan aufgebrochen.

Airbus will mit dem Start die öffentliche Meinung auf seine Seite ziehen. Denn der Steuerzahler soll zumindest ein Teil der Mehrkosten von fünf Milliarden Euro übernehmen. Am Rande des Erstfluges steckten daher die Verteidigungsstaatssekretäre der Kundenstaaten die Köpfe zusammen, um ihre Verhandlungsposition festzuklopfen.

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