Industrie

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Jungfernflug: Piloten verschwiegen Problem mit A400M

Den Jungfernflug seines neuen Militärtransporters kostete Hersteller Airbus in vollen Zügen aus, ließ den Riesenvogel länger in der Luft als geplant. Doch nicht alles verlief reibungslos, einem Medienbericht zu Folge verschwiegen die Piloten etwas.

Der A400M hebt ab: Beim Jungfernflug gab es Probleme mit einem Steuerungscommputer für die Antriebe. Quelle: dpa
Der A400M hebt ab: Beim Jungfernflug gab es Probleme mit einem Steuerungscommputer für die Antriebe. Quelle: dpa

HB HAMBURG/PARIS. Der Jungfernflug des Airbus - Militärtransporters A400M im vergangenen Dezember verlief weniger reibungslos als von den Piloten zunächst öffentlich kommuniziert.

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Nach vertraulichen Unterlagen des Triebwerkherstellers Europrop tauchte bei einem der Steuerungscomputer für die Antriebe nach gut einer halben Stunde Flugzeit ein Ausfall auf, berichtet das Magazin der "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe. Das Ersatzsystem bekam daraufhin nur noch unzureichende Daten über die Stellung der Schubhebel, so dass eines der vier Triebwerke aus Sicherheitsgründen automatisch in den Leerlauf versetzt wurde.

Eine Sprecherin von Airbus Military bestätigte am Samstag den Zwischenfall, dieser habe jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Flugsicherheit gehabt. "Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht", sagte Barbara Kracht unter Verweis auf Berichte, die es bereits in der Fachpresse gegeben habe. Solche Vorfälle seien bei Jungfernflügen "absolut nichts besonderes". Die A400M sei beim Erstflug länger in der Luft geblieben als geplant. Dies sei der beste Beweis, dass die Fehlermeldung kein Problem gewesen sei. Mittlerweile habe die Maschine bereits mehr als 30 Flugstunden hinter sich, sagte Kracht.

Die Piloten hatten den Vorfall gegenüber der Öffentlichkeit zunächst nicht erwähnt. "Das war ein fantastischer Flug", jubelten sie am 11. Dezember im spanischen Sevilla vor der Presse. "Alle Geräte funktionierten einwandfrei. Wir sind sehr beeindruckt." Laut dem "Spiegel"-Bericht hätte das Team versuchen können, das Problem durch einen Neustart in der Luft zu beheben. "Doch das erschien ihnen offenbar zu riskant, da sie bei einem Scheitern mit einem stillstehenden Propeller gelandet wären", schreibt das Blatt.

Ob der Militärtransporter überhaupt in Großserie gebaut wird, ist unterdessen weiter nicht endgültig geklärt. In Europa wächst die Sorge vor einem Scheitern des Rüstungsprojekts. Verhandlungen zwischen den sieben Käuferstaaten und der Airbus-Mutter EADS über die Finanzierung des Militärtransporters wurden am Freitag in Berlin erneut vertagt.

  • 24.01.2010, 11:30 UhrWeltenbummlerin

    Es besteht kein Zweifel daran, dass die A400M gebaut werden muß. Auch dass ein Testflug nicht einwandfrei verläuft geht in Ordnung. Das Einzige was nicht akzeptabel ist, ist der Umgang des unfähigen Managements mit den eigenen Fehlern. Es kann nicht angehen, dass Verluste dem Steuerzahler aufgebürdet werden, aber die Gewinne ausschließlich dem Konzern und den Management zu gute kommen. Es ist weltweit zur Unsitte geworden, dass unfähiges Management die Leistung der Mitarbeiter und des Steuerzahlers zum eigenen Nutzen ausbeutet.

  • 24.01.2010, 10:58 UhrBackermeisterBullerjahn

    Wie, was, ist ein Probelauf nicht dazu da ein technisches System zu testen,ob bei den theoretischen Überlegungen nicht ein Sachverhalt übersehen wurde? bei einem Flugzeug von der Größe eines A400M kann eine Probelauf in Europa leider nicht mehr in aller Stille erfolgen. Warum diese Aufregung?

  • 24.01.2010, 09:37 Uhrrainer repke

    baut den Vogel, er wird gebraucht.

    Euer
    Rainer

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