Jungheinrich
Gabelstapler-Hersteller bläst zur Aufholjagd

Der Abstand zu den Marktführern Toyota und Kion ist zwar enorm. Kion setzt etwa das Doppelte, Toyota das Dreifache von Jungheinrich um. Doch der Hamburger Gabelstapler-Hersteller will künftig auf Aufholjagd gehen.
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HamburgDer Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich will zu den führenden Konzernen Toyota und Kion aufschließen. Die Nummer drei der Branche gab am Mittwoch das Ziel aus, beim Umsatz bis 2020 in Richtung vier Milliarden Euro zu wachsen, um den Abstand zur Spitze zu verringern.

Mit 2,5 Milliarden Euro ist die im MDax notierte Hamburger Firma derzeit etwa halb so groß wie die Nummer zwei Kion aus Wiesbaden. Branchenprimus Toyota ist sogar fast drei Mal so groß. Zwischenziel ist ein Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro, den Jungheinrich 2017 erreichen will. Dabei soll die Ertragskraft nicht leiden. Im abgelaufenen Jahr blieben 7,7 Prozent vom Umsatz als Betriebsgewinn hängen.

Vorstandschef Hans-Georg Frey begründete das ehrgeizige Wachstumsziel mit Größenvorteilen, aber auch mit der zunehmenden Konkurrenz durch chinesische Hersteller. Die kommen Jungheinrich nach Stückzahlen inzwischen nahe, sind beim Umsatz aber noch deutlich kleiner. „Also sind wir gut beraten, dass wir uns von unseren Verfolgern absetzen und näher an die, die vor uns sind, herankommen“, sagte der Jungheinrich-Chef.

Um auf vier Milliarden Euro zu wachsen, wollen die Hamburger den Vertrieb weltweit ausbauen und weiße Flecken auf der Landkarte tilgen. Daneben setzt das Management auf das wachsende Logistik-Systemgeschäft, bei dem Jungheinrich als Dienstleister vom Gabelstapler hin zur Software für die Steuerung der Läger alles im Angebot hat, was für den Betrieb nötig ist. Auch das Vermietgeschäft und der Versandhandel sollen weiter wachsen.

Größere Zukäufe von Konkurrenten nimmt sich Jungheinrich dagegen nicht vor. Akquisitionen „nur um der Größe Willen“ seien nicht geplant, betonte Frey. Die Übernahme von Händlern und Technologiefirmen schloss er dagegen nicht aus. „Wenn es für uns Gelegenheiten gibt, Technologie zu erwerben, die zu uns passt, werden wir solche Chancen genauer anschauen.“

Für 2015 nimmt sich der Konzern mit weltweit mehr als 12.500 Mitarbeitern einen Auftragseingang und einen Umsatz jeweils in einer Spanne zwischen 2,6 und 2,7 Milliarden Euro vor. Im vergangenen Jahr hatten je rund 2,5 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Beim Betriebsgewinn (Ebit) peilt Jungheinrich in diesem Jahr einen Wert zwischen 190 und 200 Millionen Euro an.

2014 war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern aufgrund eines Sondereffekts um zwölf Prozent auf 193 Millionen Euro gestiegen. Unter dem Strich kletterte der Reingewinn wegen einer niedrigeren Steuerquote sogar um knapp 18 Prozent auf 126 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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