Juni-Zahlen
Maschinenbau steckt im Auftragstal fest

Die Maschinenbauer in Deutschland kommen aus der schwersten Krise seit über 60 Jahren nicht heraus. Im Juni seien die Aufträge im Vorjahresvergleich inflationsbereinigt um 46 Prozent eingebrochen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag mit. Das Inlandsgeschäft sank dabei um 46 Prozent, die Auslandsnachfrage gab um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach.

DÜSSELDORF. Die erhoffte Verbesserung der Lage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau ist ausgeblieben. Die Auftragseingänge blieben auch im Juni auf Talfahrt, nach Angaben des Branchenverbandes VDMA lagen die Bestellungen um 46 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Auch im Vergleich zum schon schwachen Vormonat hat sich die Lage weiter verschlechtert. „Es deutet sich leider noch keine Entspannung an“, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes, Ralph Wiechers. Im ersten Halbjahr lagen die Bestellungen um 46 Prozent unter dem Niveau von 2008.

Nach dem Ende des mit fünf Jahren ungewöhnlich langen Booms fallen die Auftragseingänge der Branche seit Jahresanfang mit Raten zwischen 40 und 50 Prozent. Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche ist stark exportorientiert und spürt daher weltweit, dass ihre bisherigen Absatzmärkte wegbrechen. Mit einem Umsatz von 205 Mrd. Euro im vergangenen Jahr ist der Maschinenbau die zweitgrößte deutsche Industriebranche nach den Autoherstellern und der größte industrielle Arbeitgeber.

Bisher ging der Verband davon aus, dass die Produktion im laufenden Jahr um zehn bis 20 Prozent fallen wird. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Hannes Hesse, sagte jetzt, dass ein Rückgang von 15 bis 20 Prozent wahrscheinlich sei. Derzeit liege die Branche bei einem Minus der Produktion von 17 bis 18 Prozent. Die Auslastung liegt inzwischen nur noch bei 69 Prozent, im April hatte sie noch 72 Prozent betragen.

Mit Rückgängen von 46 und 45 Prozent bei den Bestellungen läuft das Inlandsgeschäft ebenso schlecht wie die Exporte. Einziger regionaler Lichtblick für den Maschinenbau ist China als der größte Auslandsmarkt. Die Exporte in das Land stiegen von Januar bis Mai immerhin um drei Prozent. Dagegen läuft das Geschäft mit Kunden in den USA und vor allem in Russland ausgesprochen schlecht.

Bisher versuchen die Maschinenbauer überwiegend, die Konjunkturkrise mit Kurzarbeit zu überwinden, da sie ihr Stammpersonal halten wollen. Nach Angaben des VDMA arbeiten im Durchschnitt 54 Prozent der Unternehmen kurz. Nach einer Umfrage planen aber 61 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit. Deshalb erwartet VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann, dass die Zahl der Kurzarbeiter in der Branche weiter steigen wird. Die Zahl der Beschäftigten lag Ende Mai mit 936 000 um 18 000 unter dem Stand von Ende 2008. Der Verband erwartet, dass die Unternehmen 2009 bis zu 60 000 Stellen streichen werden.

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