Juristische Altlast
Landgericht verschiebt Klagen gegen Porsche

Neue Überraschung im Justizmarathon zwischen Porsche und seinen Anlegern: Eigentlich sollten fünf Klagen vorm Landgericht verhandelt werden. Jetzt sind es wohl nur zwei. Damit zieht sich das Verfahren weiter hin.
  • 0

BraunschweigIm Klagemarathon um die juristische Altlast aus der Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und der Porsche-Holding gibt es abermals überraschende Verzögerungen. Anstatt wie geplant nächsten Mittwoch fünf Klagen weiter zu verhandeln, beschränkt sich das Landgericht Braunschweig nun auf nur zwei der fünf Verfahren. Der weitere Zeitplan für die drei aufgeschobenen Schadenersatzklagen hänge in der Luft, da zunächst noch über einen Streit um Beschwerden der Kläger zu entschieden sei.

Unter den drei Fällen (5 O 2068/12, 5 O 2077/11 und 5 O 3086/11) ist auch die Klage aus dem Merckle-Firmenimperium (5 O 2068/12). Wann es neue Termine für die drei Fälle geben könnte, ist derzeit unklar.

In Braunschweig geht es um insgesamt sechs teils milliardenschwere Schadenersatzklagen, von denen eine (5 O 552/12) seit kurzem in einem Zuständigkeitsstreit zwischen den Landgerichten Braunschweig und Hannover festhängt. Das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig soll das klären. Dasselbe OLG muss sich den Angaben zufolge nun auch um die Beschwerden in den drei verschobenen Fällen kümmern.

Auslöser der Verzögerung ist ein Wunsch der klagenden Investoren, die einen Aufschub der drei Braunschweiger Verfahren wollen, bis es am Landgericht Stuttgart neue Entscheidungen in den strafrechtlichen Facetten des Klagemarathons gibt. Dort drehen sich Ermittlungen, Anklagen und auch schon ein erstinstanzlich entschiedener Fall um angebliche Verfehlungen früherer Porsche-Manager und Aufsichtsräte.

Der Sportwagenbauer Porsche griff vor rund fünf Jahren über seine Muttergesellschaft PSE nach der Macht beim Riesen VW und verhob sich kräftig. VW wurde zur letzten Rettung und die früheren Konkurrenten eint inzwischen eine strategische Partnerschaft. Die vielen Klagen bleiben als Altlast. Anleger verloren damals bei Kurswetten viel Geld und fühlen sich rückblickend fehlinformiert. Die PSE besitzt heute mehrheitlich den VW-Konzern und hält die Klagen für unbegründet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Juristische Altlast: Landgericht verschiebt Klagen gegen Porsche"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%