Kabelspezialist
Leoni steckt sich höhere Ziele

Die Geschäfte beim Kabel- und Bordnetzzulieferer Leoi liefen gut. Doch es könnte noch besser sein, glaubt Leoni. Das Unternehmen peilt für das nächste Jahr stärkeres Wachstum an.
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MünchenGute Geschäfte mit den exportstarken deutschen Autobauern sollen dem Zulieferer Leoni 2013 zu einem höheren Umsatz als geplant verhelfen. Wie der Kabel- und Bordnetze-Spezialist aus Nürnberg am Dienstag mitteilte, werden jetzt Erlöse in Höhe von rund 3,8 Milliarden Euro angepeilt statt bislang 3,7 Milliarden. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 3,8 Milliarden Euro um.

Beim Gewinn erwartet Leoni 2013 nach wie vor einen Rückgang auf etwa 170 Millionen Euro. Laut Vorstandschef Klaus Probst fallen auch im zweiten Halbjahr hohe Vorleistungen für neue Bordnetzaufträge und Millionen für Restrukturierungen an, etwa für den Abbau von mehr als 100 Jobs im Werk Stolberg bei Aachen. 2013 sei ein Übergangsjahr. „Für 2014 planen wir weiterhin starkes Wachstum.“

Der Zulieferer, der rund drei Viertel seiner Geschäfte mit der Autoindustrie macht, profitiert davon, dass deutsche Oberklasse-Hersteller wie BMW, Audi und Mercedes die Absatzflaute in Europa in China und den USA wettmachen. Zu den Leoni-Kunden zählen aber auch Massenhersteller wie Opel oder PSA Peugeot Citroen. Das krisengeschüttelte Volumensegment habe im zweiten Quartal wohl den Boden gefunden.

Bei Leoni kletterte der Umsatz von April bis Ende Juni überraschend stark auf gut eine Milliarde Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte dagegen um 23 Prozent auf 39,3 Millionen Euro ab. Hohe Kosten für neue Aufträge, schlechtere Geschäfte mit Industrieausrüstung und ein Bußgeld der EU-Kommission wegen illegaler Preisabsprachen drückten den Gewinn. In der Kabelsparte war vor allem Standardware gefragt, die weniger Rendite abwirft als Spezialkabel. Weil sich Standardkabel für Haushaltsgeräte in China schlechter verkauften, drosselt Leoni dort die Produktion. Auch in Marokko wird die Kapazität nach unten gefahren. Im Werk Stolberg, das von den schärferen Sanktionen gegen den Iran betroffen ist, fallen laut Probst mehr als 100 von 600 Stellen weg. Zudem soll ein unrentabler Bordnetzstandort im Ausland geschlossen werden, sagte der Konzernchef, ohne Details zu nennen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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