Kältemittelstreit
Wenn Greenpeace für Mercedes kämpft

In dem Streit um das neue Kältemittel für Klimaanlagen in Autos bleibt niemand cool. Mercedes-Hersteller Daimler hat sich in einen Bürokratie-Wahnsinn gestürzt – und bekommt Unterstützung von ungewohnter Seite.
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DüsseldorfEs ist etwas vollkommen Gewöhnliches: Autobauer fahren ihre neuesten Modelle zu Testzwecken gegen die Wand. Eine Art Schlitten bringt den Wagen auf Tempo, bis es irgendwann kracht. Als Daimler-Ingenieure im vergangenen Jahr jedoch einen sogenannten „Real Life“-Crashtest durchführten, passierte es: Das neue Kältemittel R1234yf entzündete sich.

Was hatte Daimler anders gemacht? Anstatt den Wagen einfach nur gegen die Wand zu fahren, wurde zuvor eine Vollgasfahrt auf der Autobahn simuliert. Der Motor war also heiß, am Turbolader teilweise mehr als 600 Grad. Hier entzündete sich das Kältemittel der Klimaanlage, das durch den Aufprall ausgelaufen war.

Die Ingenieure wollten es genau wissen: Sie verschrotteten zig fabrikneue Wagen der A- und B-Klasse. Ergebnis: Bei mehr als 70 simulierten Unfällen gingen die Unfallautos in Flammen auf, „zuverlässig wie ein Lichtschalter“. Zudem entstehe bei dem Brand des Kältemittels Flusssäure, eine der ätzendsten Substanzen überhaupt. Für die Stuttgarter der einzig zulässige Schluss: R1234yf wird wegen der großen Sicherheitsbedenken in keinem Daimler-Neuwagen eingesetzt.

Völlig uncool, sagt die EU-Kommission. Denn das alte Klimamittel ist mittlerweile für komplett neu entwickelte Fahrzeuge verboten. Frankreich hat deswegen die Zulassung für einige Mercedes-Modelle gestoppt und die EU-Kommission findet das in Ordnung. Der Zoff hat sich zum Kalten Krieg ausgeweitet, auch die Bundesregierung hat sich eingeschaltet.

Mercedes war sogar soweit gegangen, Exemplare des Luxuscabrios SL, das Mercedes seit 2011 vorbildlich mit dem neuen Kältemittel befüllt hatte, im Oktober 2012 in die Werkstätten zu rufen und wieder das nicht entflammbare, aber extrem klimaschädliche R134a einzufüllen. Für die Modelle der A- und B-Klasse besorgte sich Daimler beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) nachträglich eine erweiterte Zulassung, die den Betrieb mit dem alten Kältemittel erlaubt.

Die EU schreibt für Fahrzeuge mit einer nach 2011 erteilten Typgenehmigung ab Beginn dieses Jahres strengere Umweltrichtlinien für Kältemittel vor, die derzeit nur von R1234yf erfüllt werden – alle anderen Neuwagen verstoßen nach dieser Argumentation gegen die EU-Vorschrift. Der Grund: Das alte Mittel R134a ist ein Klimakiller, da es um mehr als den Faktor 1000 schädlicher ist als Kohlendioxid.

Kommentare zu " Kältemittelstreit: Wenn Greenpeace für Mercedes kämpft"

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  • Ist denn bei Renault und PSA auch der Kruemmungsgrad der Kaeltemittelleitung den religioesen EU Normen entsprechend ??

    Und kann als Kaeltemittel nicht besser Olivenoel eingesetzt werden, weil diese Kaennchen ja nicht mehr in Restaurants auf den Tische stehen sollen.

    Und liegt das Gewicht der Klimaanlage eventuell unter dem eines normierten EU-Mastschweines ??
    Welche sonstigen Regel uns die mit teilweise mehr als 20.000 Euro im Monat (meist steuerfrei) entlohnten Eurokraten sonst noch so auftischen, in der Regel getrieben und bezahlt von Lobbyisten.

    Also liebe Daimler's : wer gut schmiert der gut faehrt - selber Schuld in Indien wegen Schmiergelderpressung die grosse sause machen -- und in Korruptistans Hauptstadt Bruessel so naiv zu sein nicht zu schmieren -- selber Schuld !!

  • August der Dumme
    und ich dachte immer Pflanzen brauchen CO2 zum wachsen ? Hab ich in der Schule gepennt irgendwo ? Bitte mal nach der Photosynthese Googeln...

  • Französische Autos waren mir schon immer suspekt. Dem Motorblock anheben um eine Zündkerze auszutauschen.... und nun wird bei einen kleinen Autounfall der Lebendinhalt gleich mitverbrannt. Was nützt mir die Knautschzone, wenn mich dieses Mittel verbrennt oder tödlich vergiftet! Das gehört verboten. Zumindest in D. Es dürfte kein Auto mit solch einem Kältemittel auf unseren Straßen fahren. Und die Idioten der EU sollte man als Dummies mal in solch einem Versuch einsetzen.

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