Kaffeesystem
Nespresso übertrifft alle Erwartungen

Mit Erlösen von insgesamt 2,26 Mrd. Schweizer Franken (1,35 Mrd. Euro) steigerte das Tochterunternehmen Nestlé Nespresso seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fast 40 Prozent. Im Vergleich mit dem Jahr 2006 verdoppelten sich die Erlöse sogar.

DÜSSELDORF. „Damit überschreitet Nespresso das angepeilte Ziel zwei Jahre früher als ursprünglich prognostiziert“, sagte Nespresso-Chef Richard Girardot bei der Erläuterung der Jahreszahlen gegenüber dem Handelsblatt. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 30 Prozentinnerhalb der letzten acht Jahre sei Nespresso der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich innerhalb der gesamten Nestlé-Gruppe, berichtet Girardot. Auf die Karriere von Girardots Vorgänger Gerhard Berssenbrügge hatte die sprunghafte Entwicklung von Nespresso gleichfalls belebend gewirkt: Der 56jährige stieg 2007 zum Deutschland-Chef der Schweizer auf.

Im vergangenen Jahr steigerte der scheinbar krisenresistente Nestlé-Konzern das organische Wachstum insgesamt um 8,3 Prozent. Damit ist 2008 das vierte Jahr in Folge, in dem der Hersteller von Nescafé, Alete-Babynahrung und Maggi-Tütensuppen seine eigenen hochgesteckten Ziele übertrifft. Nur das Wassergeschäft mit Marken wie Perrier, Evian oder San Pellegrino schwächelte etwas.

Das Vorsteuer-Ergebnis (Ebit) kletterte bei einem Gesamtumsatz von 109,9 Mrd, Schweizer Franken (74 Mrd. Euro) um fast fünf Prozent Prozent auf 15,7 Mrd. Franken. Der Reingewinn sprang sogar von 10,6 auf 18 Mrd. Schweizer Franken. Auch für 2009 rechnet Nestlé-Chef Paul Bulcke mit überproportionalem Wachstum.

Nespresso-Chef Girardot möchte dazu auch weiterhin einen erheblichen Beitrag leisten. „Unser Ziel ist es, die Marke Nespresso zu einer weltweiten Ikone zu machen“, sagt Girardot. Die Aussichten sind für die nächsten fünf Jahren äußerst positiv. Denn der Markt für portionierte Kaffeesysteme hat weltweit noch immer ein großes Wachstumspotenzial. Die Marktforscher von AC Nielsen beziffern das Marktvolumen des Segmentes „portionierter Kaffee“ derzeit lediglich auf fünf Prozent der nordamerikanischen und europäischen Kaffeemärkte. Nespresso-Chef Girardot rechnet damit, dass bis 2015 der Markt für Kaffee in Einzelportionen sich durchaus mehr als verdoppeln könnte. Während die hochpreisigen Nespresso-Kapseln ausschließlich über das Internet oder in speziellen Nespresso-Boutiquen vertrieben werden, müssen sich beispielsweise Konkurrenten wie der Senseo-Hersteller Philips und sein Kaffeepartner Sara Lee gefallen lassen, dass die passenden Kaffee-Pads von Handelsmarken-Herstellern hemmungslos kopiert werden.

Doch auch in diesem Massenmarkt mischt der Multi bereits kräftig mit: Von dem alternativen Nestlé-System „Nescafé Dolce Gusto“ setzten die Schweizer über den deutschen Einzelhandel seit Markteinführung Ende 2006 bereits 500 000 Maschinen ab - ohne die Absätze von Nespresso zu kannibalisieren.

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