Der VW-Patriarch Ferdinand Piëch erbaut eine neue Auto-Welt-AG. Auf der Messe in Genf hat er sich selbst gekrönt. Die anderen Auto-Könige tuscheln - und sticheln.
GENF/STUTTGART/STOCKHOLM. Ein Ferdinand Piëch feiert nicht. Ein Ferdinand Piëch lässt sich feiern. Entspannt lehnt der neue Kaiser der Autowelt auf einem Stahlstuhl in der ersten Reihe im weiten Rund der Industriehalle im Genfer Stadtteil Vernier. VW
hat zur Automesse geladen. Piëch, dunkelblauer Nadelstreifenanzug, türkisfarbene Krawatte, hat die Beine übereinander geschlagen, plaudert mit Gattin Ursula. War da was?
Ob er seinen großen Coup feiere? „Darum bin ich hier“, sagt Ferdinand Piëch und verzieht kaum eine Miene.
Kurzer Handschlag mit VW
-Chef
Martin Winterkorn, ein Blick für die Kameras, dann sitzt der Österreicher wieder neben seiner Frau Ursula und lächelt ins Leere.
„Driving Ideas“ lautet das Motto der Veranstaltung am Vorabend des Messeauftakts. Das ist doppeldeutig: „Ideen fürs Autofahren“ kann es heißen, aber auch „Ideen vorantreiben“.
Bei Ferdinand Piëch gab und gibt es oft Doppeldeutiges. Doch klar war stets eins: Piëch selbst wusste genau, wohin die Reise ging.
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Am Montagabend war der 70-Jährige angekommen. Fürs Erste jedenfalls. Wenige Stunden zuvor hatte er mit einem Doppelschlag die Autowelt ein Stück weit neu geordnet: Volkswagen,
wo Piëch den Aufsichtsrat führt, übernimmt die Mehrheit beim LKW-Bauer Scania,
und Porsche
greift nach der Mehrheit an VW.
Was auch immer Piëchs Konkurrenten von Toyota
oder Opel, BMW
oder Daimler
an Hinguckern nach Genf mitgebracht hatten: Die Messe hatte noch nicht begonnen, da interessierte es schon niemanden mehr.
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