Kali- und Salzproduzent: K+S ist gut im Geschäft

Kali- und Salzproduzent
K+S ist gut im Geschäft

Was dem einen sein Leid ist dem anderen seine Freude: Die K+S AG ist der größte Produzent von Streusalz und glatte Straßen sorgen bei dem Kasseler Unternehmen im Winter stets für Hochkonjunktur. In drei Bergwerken werden täglich bis zu 25 000 Tonnen gefördert.

HB KASSEL. Doch nicht nur deshalb laufen die Geschäfte bei K+S derzeit glänzend. Auch Zukäufe und der weltweite Rohstoffhunger lassen Umsatz und Gewinn kräftig steigen. Der Aktienkurs des lange als unterbewertet geltenden M-Dax-Unternehmens ist in die Höhe geschossen. „Man kann auch mit deutschen Rohstoffen international führende Positionen einnehmen“, sagt K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Das Unternehmen ist heute der weltweit viertgrößte Kali-Produzent und im Salzgeschäft die Nummer eins in Europa.

Nach der Wende war die deutsche Kali-Industrie ein Sanierungsfall, dann gab es Übernahmegerüchte, aber inzwischen ist K+S beharrlich auf Wachstumskurs. Seit 1997 schreiben die fusionierten Kali- und Salz-Werke in Ost und West schwarze Zahlen. Für weiteres Wachstum blickt der einzige deutsche Kali- und Salzproduzent ins Ausland. Während der Verbrauch von Kali in der deutschen Landwirtschaft seit Jahren zurückgeht, entwickeln sich die Auslandsmärkte in eine andere Richtung, sagt Hagen Trott vom Industrieverband Agrar. Der mit dem Bevölkerungswachstums etwa in Südamerika und Asien steigende Bedarf an Lebensmitteln führe zu einem wachsenden Weltmarkt.

Die rasant gestiegene Nachfrage in Übersee habe den Kali-Preis in die Höhe getrieben und K+S ein gutes Geschäft beschert, sagt Göbel. Der Trend zu einer besseren Ernährung in den Schwellenländern erhöhe dort den Düngemittelbedarf. Inzwischen gebe es aber Anzeichen einer kleinen Normalisierung. Analyst Andreas Heine von der Hypo-Vereinsbank hat die Gewinnschätzung für Kali- und Magnesiumprodukte für 2006 daher reduziert. Die Situation auf den europäischen Kalimärkten, in die K+S zwei Drittel der Menge liefere, sei aber stabil.

Für 2005 kalkuliert die K+S-Gruppe nach angehobener Prognose mit einem Umsatz von knapp 2,8 Mrd. Euro und einem Ertrag bis zu 235 Mill. Euro. Auch für 2006 ist K+S zuversichtlich und stellt weitere Zukäufe in Aussicht. Derzeit laufen Gespräche über einen möglichen Kauf des größten Salzherstellers Südamerikas, der chilenischen Sociedad Punta de Lobos (SPL). Auch die Ankündigung der niederländischen Akzo, Teile des Salzgeschäfts zu verkaufen, sorgt für Aufmerksamkeit in Kassel. Latente Sorge macht dem Unternehmen trotz einer kürzlich getroffenen Anti-Dumping-Regelung die Konkurrenz aus Russland und Weißrussland. Ein Einstieg bei russischen Unternehmen zieht K+S aber derzeit nicht in Betracht.

Von den 11 000 Beschäftigten arbeiten 10 000 in Deutschland, gefördert wird an sieben Standorten - die meisten davon in der osthessisch-thüringischen Grenzregion. Im heimischen Revier stehen Kostensenkungen und eine Steigerung der Effizienz im Mittelpunkt. Mit verlängerten Arbeitszeiten und der im Gegenzug gebotenen Gewinnbeteiligung sind die Bergmänner bisher nicht schlecht gefahren. Der lange umstrittene und 2004 von Hessen aus gestartete Abbau von Thüringer Lagerstätten über eine unterirdische Verbindung soll nach Anlaufschwierigkeiten auf volle Kapazität hochgefahren werden. Genügend Platz für den tonnenweise anfallenden Abraum ist vorhanden: Die „weißen Berge“ an der ehemaligen Zonengrenze dürfen nach Genehmigung der Behörden weiter auf eine Höhe bis 190 Meter wachsen.

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