Kamera-Hersteller
Großaktionär übernimmt bei Leica das Kommando

Beim kriselnden Kamera-Hersteller Leica nimmt der österreichische Mehrheitseigentümer ACM das Ruder nun selbst in die Hand. Der bisherige Leica-Chef Steven Lee muss nach knapp anderthalb Jahren im Amt seinen Stuhl räumen.

HB FRANKFURT. Der Aufsichtsrat habe Lee mit sofortiger Wirkung abberufen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Nachfolger wird ACM-Geschäftsführer Andreas Kaufmann. Er legt sein Mandat als Leica-Aufsichtsrat nieder und soll die Geschäfte gemeinsam mit Leica-Finanzvorstand Andreas Lobejäger leiten und wird zunächst bis Ende Februar 2009 bestellt.

"Der Aufsichtsrat glaubt, damit die Strategie der Leica Camera festigen zu können", begründete eine Sprecherin den Abgang von Lee. Ziel sei es, neue Märkte und Zielgruppen zu erobern. Leica gehört zu mehr als 95 Prozent der Beteiligungsgesellschaft ACM, einer ehemaligen Bank-Austria-Tochter.

Der Kamerahersteller aus dem hessischen Solms, der den Trend zur Digitalfotografie zunächst verschlafen hatte, steckt seit längerem in der Krise. Im dritten Quartal (bis Ende Dezember) schrumpfte der Umsatz auf 38,2 (Vorjahreszeitraum: 45,4) Mill. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) halbierte sich auf 1,8 Mill. Euro.

ACM will Leica von der Börse nehmen. Die Minderheitsaktionäre sollen zwangsweise abgefunden werden. Gegen diesen Beschluss der Hauptversammlung hatten 15 Aktionäre beim Landgericht Frankfurt Anfechtungsklage erhoben.

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