Kamera-Hersteller
Olympus-Skandal führt zu Anklage gegen Manager

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat drei Manager des Kamera-Herstellers Olympus angeklagt. Sie sollen Gelder in Höhe von 640.000 Euro veruntreut haben. Die Fälle liegen schon aber einige Jahre zurück.
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HamburgDer Skandal um den japanischen Kamerahersteller Olympus hat zu einer ersten Anklage in Deutschland geführt. Drei Männer würden beschuldigt, als Mitglieder der Geschäftsführung von Olympus Europa Gelder veruntreut zu haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hamburg am Montag. Die Manager hätten Rechnungen unterschrieben, denen keine Gegenleistungen gegenüber gestanden hätten. Den dadurch für Olympus entstandenen Schaden bezifferte die Staatsanwaltschaft auf 640.000 Euro. Eine Stellungnahme der Olympus-Europazentrale in Hamburg war zunächst nicht zu erhalten.

Die Rechnungen stammen der Staatsanwaltschaft zufolge aus dem Zeitraum Juni bis Oktober 2003. Die Anklage sei bereits im März 2011 erhoben worden. An wen die Gelder geflossen sein sollen, gab die Ermittlungsbehörde nicht bekannt. Ein Gerichtstermin stehe noch nicht fest.

Der frühere Olympus-Chef Michael Woodford hatte nach eigener Darstellung die Ermittler auf die Spur des Falls gebracht. Er habe vor sechs Jahren zwei Korruptionsfälle in Hamburg aufgedeckt - mindestenes einen davon habe er der Staatsanwaltschaft übergeben.

Vergangene Woche war der Olympus-Aufsichtsratsvorsitzende und Präsident Tsuyoshi Kikukawa wegen der sich rapide ausbreitenden Affäre zurückgetreten. In dem Fall ermittelt nach Reuters-Informationen auch die japanische Börsenausicht. Olympus hatte Woodford kürzlich mit der Begründung vor die Tür gesetzt, er verstehe weder den Management-Stil des Unternehmens noch die japanische Kultur. Der seit 1980 bei Olympus tätige Woodford hatte zuvor die britische Börsenaufsicht kontaktiert und um eine Prüfung von dreistelligen Millionenzahlungen gebeten, die bei der Übernahme des britischen Medizinausrüsters Gyrus im Jahr 2008 geflossen waren. Kikukawa übernahm nach dem Rausschmiss Woodfords Posten.

Der seit 92 Jahren bestehende Konzern, der neben Kameras auch medizintechnische Ausrüstung wie Endoskope herstellt, räumte daraufhin vor einer Woche ein, im Rahmen der Gyrus-Übernahme insgesamt 687 Millionen Dollar und damit fast ein Drittel des Kaufpreises für Berater-Honorare gezahlt zu haben - das dürfte ein weltweiter Rekord für Übernahmeberatung sein und mehr als der voraussichtliche Jahresgewinn des Konzerns.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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