Kampagne zur Schuldenkrise
Konzernchefs trommeln für die Euro-Rettung

Eine ungewöhnliche Kampagne in ungewöhnlichen Zeiten: Deutschlands Wirtschaftselite wirbt für die Rettung des Euros - auch wenn diese teuer wird.
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Düsseldorf/BerlinDie Regierung des schuldengeplagten Griechenlands wankt unter der Wucht der Demonstrationen gegen ihre diversen Sparpakete, die Euro-Staaten ringen seit Monaten vergeblich um Einigkeit, wie sie dem Land wieder auf die Beine helfen sollen, der Eurokurs gerät angesichts des Schlamassels immer stärker unter Druck. Es sind außergewöhnliche Zeiten, die die Wirtschaftselite zu einem außergewöhnlichen Schritt veranlasst haben: Rund 70 Konzernführer aus Deutschland und Frankreich werden nach Handelsblatt-Informationen ab kommender Woche in großen Zeitungsanzeigen ein flammendes Plädoyer für den Euro halten.

Zu den Unterzeichnern zählen Siemens-Chef Peter Löscher, Telekom-Vorstandsvorsitzender René Obermann sowie die Autobosse Dieter Zetsche (Daimler), Norbert Reithofer (BMW) und Bosch-Chef Franz Fehrenbach. "Wir richten uns mit einem klaren Appell an die Politik, alles dazu beizutragen, die Voraussetzungen für einen dauerhaft stabilen und wettbewerbsfähigen Euro zu schaffen. Das ist die Basis für zukünftigen Wohlstand in Europa", heißt es in einem Entwurf der Anzeige.

Die Manager beschwören die Erfolge der Gemeinschaftswährung als "Jobmotor und Wohlstandsgarant". Die Schuldenkrise "gefährdet nun das Erreichte", deshalb müsse den betroffenen Ländern kurzfristig geholfen werden. "Die Rückkehr zu stabilen finanziellen Verhältnissen wird viele Milliarden kosten, aber die Europäische Union und unsere gemeinsame Währung sind diesen Einsatz allemal wert."

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Konzernchefs trommeln für die Euro-Rettung

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Manager handeln nicht ohne Eigennutz

Kommentare zu " Kampagne zur Schuldenkrise: Konzernchefs trommeln für die Euro-Rettung"

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  • Konzernchefs trommeln für die Euro-Rettung
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    Ja, sollen sie mal.
    Trommeln für das letzte Gefecht.Diese Mentalität, trommeln bis zum Endsieg, kennen wir ja. Sie reiten ein totes Pferd, das kann man nicht mehr anspornen.
    Kurz zum Export: die länder können doch gar nicht mehr bezahlen. Also, was macht DE? Sie geben -überweisen -ihnen vorher das Geld, das sie brauchen , um unsere Waren zu bezahlen.Ein Nullsummenspiel. Ohne vorherige Überweisung -ohne Geld kein Warenkauf. Was soll den dieser Schwachsinn, dann noch von Exportmeister reden, dümmer gehts wohl nimmer.
    Wie lange wollen sie denn überweisen, damit sie damit dann bei uns Waren abholen und mit unserem geschenkten Geld bezahlen.?
    Früher hatte ich Respekt und Achtung vor unseren Eliten.
    Heute schlägt es um in Verachtung.
    Wer die Katastrophe vor Augen hat , kommen sieht und dennoch das falsche verkündet, tut und einfordert, sich als mitläufer einer aussichtslosen aktion betätigt, was soll man davon noch halten.Macht endlich einen Schnitt und startet neu, alles andere ist vergebens.
    die Medien sollten neutral bleiben, informieren, aber sich nicht vor den Karren spannen lassen.
    Jedenfalls wurde mir die letzten Jahre klar, warum in Deutschland die Geschichte so verlief, wie sie verlief, im 19.-20. und weiter im 21. Jahrh.
    Die Geschichte wird sich wiederholen, dank unserer Dummheit.Realitäten werden nach wie vor verweigert, wir sind die Größten. Welche Hybris.
    Hybris ist der Einstieg in den Untergang.!Der EURO und EU geht gerade unter, wie alle Protzreiche vor ihnen.

  • In der Zusammenfassung der Leserkommentare halte ich fest, dass die Vorstände der Konzerne geldgeile Menschen wären, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen, weshalb die Leser-Kommentatoren für die Abschaffung des Euros sind bzw. sie ohnehin gegen den Euro sind, zumindest nicht für diesen.

    Mit der D-Mark hätten wir keine besseren Vorstände und ohne den EURO nachweisbar die größeren Probleme.

    Aber aus den Leserkommentaren weiß ich jetzt, dass Vorstände Feinde des Volks und der EURO schlecht wäre. Die Kommentare sind einfach nur destruktiv und teilweise niveaulos.

  • ...Sivia schließe mich Deinem Komentar vollkommen an.
    Du sprichst mir aus der Seele.

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