Kampf gegen ACS
Hochtief will sich von Beteiligungen trennen

Im Abwehrkampf gegen die spanische ACS plant der Baukonzern Hochtief den Verkauf mehrerer Beteiligungen. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, wird im kommenden Jahr ein Anteil der Tochter Hochtief Concessions veräußert. Demnach ist ein zweigleisiges Verfahren mit einem Börsengang und einem Verkauf von Anteilen an Investoren geplant.
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HB BERLIN. Im Abwehrkampf gegen die spanische ACS umwirbt der Baukonzern Hochtief die Anleger mit dem Verkauf mehrerer Beteiligungen und einer Erhöhung seiner Gewinnprognose. Bereits im kommenden Jahr will der Essener Konzern nach Angaben vom Mittwoch einen Teil der Flughafen-Tochter Hochtief Concessions versilbern. Hochtief ist dabei zum Verkauf einer Mehrheit bereit.

Um einen möglichst hohen Preis zu erzielen, will der Konzern zweigleisig fahren und Concessions sowohl an die Börse bringen als auch Teile an Investoren abgeben. Zudem soll die Beteiligung an Aurelis Real Estate schon 2012 und damit ein Jahr früher als bislang geplant losgeschlagen werden. Die Aktionäre sollen an beiden Veräußerungen "angemessen" beteiligt werden.

Deutschlands größter Baukonzern kämpft derzeit mit allen Mitteln gegen einen als feindlich empfundenen Übernahmeversuch des spanischen ACS-Konzerns, der bereits Minderheitsaktionär ist. Hochtief wollte die Tochter Concessions, in der unter anderem das Geschäft mit Flughäfen und Mautstraßen gebündelt ist, schon einmal an die Börse bringen. Die Nachfrage war aber gering, was Insider mit hohen Preisvorstellungen begründeten.

Die Aurelis Real Estate mit Sitz in Eschborn wurde 2002 als Tochter der Deutschen Bahn gegründet und 2007 je zur Hälfte von Hochtief und dem Finanzinvestor Redwood Grove International übernommen. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, vor allem in Großstädten Flächen zu entwickeln und weiterzuverkaufen. Nach eigenen Angaben hat Aurelis 20 Millionen Quadratmeter im Portfolio.

Zugleich präzisierte Hochtief am Mittwochabend seine mittelfristige Gewinnprognose. In den Jahren 2011 und 2012 ist abhängig vom Concessions-Verkauf ein Vorsteuerergebnis von jeweils einer Milliarde Euro geplant. Im Jahr 2013 will der Konzern ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde erwirtschaften - bislang hatte er hier lediglich eine Milliarde angepeilt. Als Konzerngewinn erwartet Hochtief für 2011 etwa 600 Millionen, für 2012 etwa 500 Millionen und für 2013 etwa 450 Millionen Euro.

Beim Abwehrkampf gegen ACS wird Hochtief von der Credit Suisse, Goldman Sachs und der Deutschen Bank beraten. Experten sehen aber die Optionen für die Unternehmensführung schwinden.

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