Kampf gegen "Energiearmut"
London schröpft Eon und RWE

Der politische Druck auf Eon und RWE wächst nun auch in Großbritannien. Schatzkanzler Alistair Darling will dem Parlament am Mittwoch Maßnahmen gegen die sogenannte "Energiearmut" vorstellen. Die britische Regierung will die Gewinne der Energieversorger anzapfen.

LONDON/DÜSSELDORF. Nach Informationen aus Regierungskreisen will Schatzkanzler Alistair Darling die Energieversorger Eon und RWE zwingen, einen größeren Beitrag zur Entlastung einkommensschwacher Haushalte von steigenden Strom- und Gaskosten zu leisten.

Die Regierung reagiert damit auf die öffentliche Kritik an steigenden Energiepreisen bei gleichzeitig wachsenden Gewinnen mancher Konzerne. Der Chef von Eon UK, Paul Golby, appellierte an die Regierung, sich Zeit für eine durchdachte Lösung zu nehmen. In Branchenkreisen hieß es, die Versorger seien für einen Sozialtarif durchaus zu haben, wehrten sich aber gegen populistische Schnellschüsse.

Großbritannien ist für die beiden deutschen Versorger ein wichtiger Markt: Eon erzielt dort 18 Prozent des Konzernumsatzes, RWE 21 Prozent.

Das Schlagwort von der "Energiearmut" spielt eine prominente Rolle in der britischen Debatte. Betroffene sind nach der offiziellen Definition alle Haushalte, die mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Energie ausgeben. Die Regulierungsbehörde Ofgem schätzt, dass das vier Millionen Haushalte im Land sind. Sie hat daher vorgeschlagen, eine Steuer auf die Gewinne zu erheben, die die Versorger aus der Zuteilung der nächsten Tranche an Emissionsrechten für den EU-Emissionshandel erhalten. Ofgem schätzt diese Gewinne auf knapp zwölf Mrd. Euro.

Die Regierung hat die Chefs der sechs großen Energieversorger in den vergangenen Tagen zu Gesprächen einbestellt. Dabei spielte die Steuer auf Emissionsrechte aber nach Angaben eines Teilnehmers nur eine Nebenrolle. Die Regierung versuchte stattdessen, die Konzerne für einen gemeinsamen Fonds zu gewinnen, aus dem Zuschüsse für Einkommensschwache gezahlt werden sollten. Die Unternehmen fühlen sich zu Unrecht herausgepickt. "Warum zwingt man dann nicht auch Marks & Spencer, Rabatte für Rentner einzuführen?" fragt ein Manager.

Seite 1:

London schröpft Eon und RWE

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%