Kampf gegen Preisverfall
Generikabranche wandert gen Osten

Rabattverträge verstärkten den Preisverfall in der deutschen Generikabranche und stellen hiesige Firmen vor massive Herausforderungen. Branchenvertreter erwarten, dass Nachahmermedikamente künftig verstärkt aus kostengünstigeren asiatischen Länder bezogen werden. Zudem beschleunigt der Preisverfall die Produktionsverlagerung aus Deutschland.

FRANKFURT. Bereits in den vergangenen Jahren haben indische Generikahersteller kontinuierlich ihre Wirkstoff-Exporte in die USA und Europa steigern können. Die führenden indischen zwölf Generikafirmen sind allein im vergangenen Jahr um 26 Prozent gewachsen. Deutschland ist mit neun Prozent Anteil am 78 Mrd. Dollar schweren Weltmarkt der zweitwichtigste Absatzmarkt nach den USA.

„Rabattverträge nach dem Vorbild der aktuellen AOK-Ausschreibung werden den Trend verschärfen, die Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern“, sagt Peter Schmidt, Geschäftführer des Verbandes Pro Generika. Weil die Hersteller bei diesen so genannten Wirkstoffverträgen Angebote in der Nähe ihrer Grenzkosten abgegeben haben, seien sie gezwungen, Kosten zu sparen, so Schmidt. Bereits jetzt würden viele Generikafirmen im Vertrieb Personal einsparen, die Produktionsverlagerung sei der nächste logische Schritt.

Die Firma Rottendorf Pharma beispielsweise, neben Salutas (Hexal), Dragenopharm und Haupt einer der großen deutschen Lohnhersteller für die Generikabranche, bekommt das bereits zu spüren. Zwei größere Produkte hat die Firma laut Geschäftsführer Peter Verheyen im Zuge der AOK-Rabattverträge an indische Hersteller verloren, mit deutlichem Auswirkungen auf den Umsatz bei Rottendorf. Genaue Zahlen nennt er nicht. Die Firma steuere mit dem Abbau von Zeitarbeitern gegen, so Verheyen. „Langfristig wird man hierzulande auf die Standardproduktion von Generika nicht mehr bauen können“, lautet seine Einschätzung. Eine Chance für hiesige Lohnhersteller sieht er nur darin, sich auf anspruchvolle technologische Herstellverfahren zu spezialisieren, wie sie beispielsweise viele neue nicht wasserlösliche Wirkstoffe erfordern.

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