Kampf gegen Rückschläge
Nissan will in Deutschland Gas geben

Der erfolgsverwöhnte Automanager Carlos Ghosn kämpft nach Rückschlägen bei Renault und Nissan um seinen Ruf als einer der Besten in der Branche. Der Konzernchef fordert eine Verdopplung des Marktanteils in Deutschland – und eine Schärfung des Profils durch Nischenmodelle.

DÜSSELDORF. Vor allem der schleppende Nissan-Absatz in Westeuropa treibt dem Chef der französisch-japanischen Autoallianz derzeit die Zornesröte ins Gesicht. „Ghosn ist mit der Performance von Nissan in Europa überhaupt nicht zufrieden“, heißt es in seinem Umfeld.

Besonders im größten westeuropäischen Automarkt will Ghosn Fortschritte sehen: Die deutschen Manager müssen den Marktanteil in einem schwierigen Umfeld bis zum Jahr 2012 von aktuell 1,5 Prozent auf drei Prozent verdoppeln.

Damit das gelingen kann, muss Ghosns neuer Deutschland-Statthalter Andreas Gabriel den Neuaufbau seines Verkaufsnetzes schnell abschließen. Dazu fehlen ihm 120 Händler. In diesem und im nächsten Jahr will er jeweils 55 Verträge schließen. Aktuell verfügt Nissan über 400 Partner in Deutschland. Zwei neue Nischenmodelle sollen Kunden in die Schauräume locken.

Nissans Problem: Der Autobauer ist zu sehr vom rückläufigen US-Geschäft abhängig. Konzernchef Ghosn, der inzwischen beide Unternehmen in Personalunion führt, hatte den japanischen Hersteller nach dem Einstieg von Renault im Jahr 1999 vor der Pleite bewahrt. Die Rettung gelang ihm mit profitablen Geländewagen und Pick Ups im weltgrößten Automarkt USA. Dort macht Nissan fast ein Drittel seines Absatzes von zuletzt 3,7 Mill. Autos.

Das Unternehmen zählt mit einer durchschnittlichen Rendite von 8,6 Prozent zu den profitabelsten Autobauern der vergangenen Jahre. Zuletzt konnten die Japaner das hohe Wachstums- und Renditeniveau jedoch nicht halten. Teure Rohstoffe drücken den Gewinn. Automobile Schwergewichte wie der Geländegänger X-Trail sind angesichts gestiegener Spritpreise und Umweltauflagen auch in den USA immer weniger gefragt.

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