Kampf gegen Übernahme
Hochtief macht es ACS noch einmal schwerer

Im Kampf gegen die Übernahme durch den spanischen Großaktionär ACS unternimmt der Baukonzern Hochtief einen weiteren Versuch, die Spanier zu bremsen. Durch ein Abkommen mit den Banken wollen die Essener den Spaniern den Zugriff auf die Unternehmenskasse erschweren. Derweil ist ACS fast am Ziel.
  • 0

HB ESSEN. Der Essener Baukonzern Hochtief will seinem Großaktionär ACS den Zugriff auf die Unternehmenskasse erschweren. Hochtief habe sich Banken gegenüber verpflichtet, dass keine Abkommen mit ACS geschlossen werden könnten, die die Kreditwürdigkeit des Konzerns schwächen würden, sagte Finanzvorstand Burkhard Lohr der „Börsen-Zeitung“.

So könne etwa kein Beherrschungsvertrag mit ACS abgeschlossen und keine Sonderdividenden an den spanischen Konzern ausgeschüttet werden. Der spanische Angreifer - gegen dessen Übernahme sich Hochtief seit Monaten erbittert zur Wehr setzt - sammelte unterdessen weitere Hochtief-Aktien ein und hat nun Zugriff auf 29,40 Prozent der Stimmrechte an Hochtief.

„Wir haben Ende Dezember alle wichtigen Darlehensverträge an die aktuelle Situation angepasst“, sagte Lohr dem Blatt weiter. Dies gelte für Kredite mit einem Volumen von rund 3,7 Milliarden Euro. In den entsprechenden Verträgen hatte es Kündigungsklauseln für die Banken gegeben, die vorsahen, dass die Institute die Darlehen abziehen können, wenn einer der Hochtief-Aktionäre die Schwelle von 30 Prozent überspringt.

Genau das plant der ACS-Konzern mit seiner Übernahmeofferte für Hochtief. Nun können die Banken die Kredite kündigen, wenn etwa mit ACS ein Beherrschungsvertrag geschlossen werden sollte, sagte Lohr. So werde sichergestellt, dass ein neuer Großaktionär nicht die Bonität des Essener Konzern gefährde.

Hochtief steht fast ohne Nettofinanzschulden da, ACS drückt dagegen ein Schuldenstand von rund neun Milliarden Euro. Mit einer Mehrheitsübernahme kann ACS Hochtief in die eigenen Bücher übernehmen - und damit Schulden abbauen. Gespräche mit ACS über das Übernahmeangebot hat es dem Hochtief-Finanzchef zufolge bislang noch nicht gegeben.

Seite 1:

Hochtief macht es ACS noch einmal schwerer

Seite 2:

Kommentare zu " Kampf gegen Übernahme: Hochtief macht es ACS noch einmal schwerer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%