Kampf um Arcelor
Mittal setzt auf die Märkte

Im Kampf um Arcelor fühlt sich Mittal Steel von vielen Investoren in Europa und den USA unterstützt. Der Stahl-Weltmarktführer ist sich sicher, dass die Finanzmärkte sein Übernahmeangebot an den Hauptkonkurrenten positiv aufnehmen werden.

LONDON. „Wir haben Investoren auf beiden Seiten des Atlantiks gesprochen, und sie haben zum überwältigenden Teil positiv reagiert“, sagte Finanzchef Aditya Mittal gestern im Gespräch mit Handelsblatt und La Tribune. Auch die Haltung der betroffenen Regierungen sei nach einer Serie von Gesprächen sachlicher geworden. Die gestern veröffentlichten Zahlen für 2005 unterstreichen, warum Mittal die Übernahme sucht: Der Konzern erwies sich erneut als schwankungsanfälliger als Wettbewerber.

Firmengründer und Vorstandschef Lakshmi Mittal und sein Sohn Aditya haben in den vergangenen Wochen in Gesprächen mit Politikern, Gewerkschaftern, Anlegern und Kunden immer wieder die strategischen Überlegungen ihrer Offerte erläutert: Sie wollen die Konsolidierung der Stahlindustrie auf eine neue Stufe heben. Mittal und Arcelor wären zusammen mehr als dreimal so groß wie der nächste Konkurrent und hätten die Chance, durch ein in Produktangebot und Geografie ausgewogenes Geschäft die traditionellen Schwankungen der Stahlkonjunktur auszugleichen. Dank ihrer Marktmacht könnten sie zudem die Weltproduktion steuern und so die Preise stabiler halten.

Doch der Widerstand des selbst aus einer europäischen Großfusion entstandenen Luxemburger Arcelor- Konzerns ist stark. Seit der Veröffentlichung der Offerte im Wert von 18,6 Mrd. Euro am 27. Januar hat sich die Arcelor-Führung um Guy Dollé geweigert, mit den Angreifern zu reden. „Wir haben der Führung von Arcelor gesagt, dass wir jederzeit bereit sind, mit ihnen Aspekte unserer Offerte zu diskutieren, zum Beispiel die Strategie und die Besetzung des Vorstands“, sagte Aditya Mittal.

Hoffnung schöpfen die Mittals allerdings nach Gesprächen mit den Regierungen. „Sie haben eine positivere und rationalere Einstellung zu unserem Vorschlag angenommen“, sagte er. Die Tatsache, dass Luxemburg gerade die Investmentbank J.P. Morgan zur Beratung eingeschaltet haben, wertete er als ermutigend. Der Luxemburger Staat, mit gut fünf Prozent größter Arcelor-Aktionär, habe gesagt, er werde nicht verkaufen. „Das heißt aber nicht, dass er nach der Fusion nicht Aktionär des neuen Unternehmens sein könnte“, sagte Aditya Mittal.

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