Kampf um Continental
Conti: VW-Chef warnt vor Übernahmeschlacht

Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, hat der fränkischen Schaeffler-Gruppe vor einer feindlichen Übernahme von Continental abgeraten. Gleichzeitig stellte er aber auch klar, weshalb Europas größter Autokonzern Continental nicht als "weißer Ritter" zur Seite springen werde.

HB WOLFSBURG. Er stehe einem Zusammenschluss zwar aufgeschlossen gegenüber, der mache aber nur Sinn, wenn er nicht gegen den Willen von Conti erfolge, sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg.

"Was ich nicht positiv sehen würde, wäre wenn hier ein Machtkampf entstünde mit feindlicher Übernahme und solchen Dingen. Das könnte unser Geschäft schädigen." Volkswagen ist größter Kunde sowohl von Schaeffler als auch von Continental.

Volkswagen sei mit beiden Lieferanten "hoch zufrieden", betonte Winterkorn. Der hannoversche Autozulieferer und Reifenhersteller sei durch die Übernahme von VDO zu einem Technologieunternehmen gereift.

Schaeffler stehe vor allem für Mechanik. "Wenn sich zwei solche Unternehmen zusammensetzen, dann klingt das Ganze zunächst positiv." Er hätte allerdings "ein Problem, wenn die sich ein halbes Jahr lang bekriegen", sagte Winterkorn.

Conti-Chef Manfred Wennemer hat den Vorstoß des fränkischen Familienkonzerns als feindlich bezeichnet und massiven Widerstand angekündigt.

Dem fränkischen Familienunternehmen warf er Egoismus und Verantwortungslosigkeit vor. Schaeffler hatte am Dienstag ein offizielles Angebot für den dreimal größeren Autozulieferer aus Hannover vorgelegt und sich bereits den Zugriff auf 36 Prozent der Conti-Aktien gesichert.

Dabei nutzten die Franken aus, dass die Papiere von Continental wegen der hohen Rohstoffpreise und der abklingenden Automobilkonjunktur billig zu haben sind.

Winterkorn stellte klar, dass sich der Wolfsburger Konzern nicht an einem Zulieferer beteiligen werde. "Sobald wir einsteigen würden, wäre der Zulieferer für andere Automobilbauer blockiert."

Der VW-Chef machte damit zugleich deutlich, dass Volkswagen Continental nicht als "weißer Ritter' zur Seite springen würde. Volkswagen verfügt selbst über mehrere Komponentenwerke mit insgesamt mehr als 30 000 Beschäftigten, in denen Achsen, Motoren und andere Fahrzeugteile produziert werden.

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