Kampf um die Weltspitze

Hyundai startet in Europa einen neuen Angriff auf Volkswagen

Der VW-Rivale will die Schuldenkrise nutzen, um den Marktanteil zu steigern. Gemeinsam mit der Schwestermarke Kia attackieren die Koreaner den Wolfsburger Konkurrenten. Der neue Angstgegner aus Asien wird immer stärker.
Update: 29.12.2011 - 08:08 Uhr 11 Kommentare
Fabrik von Hyundai in Südkorea: Der Autobauer will seinen Marktanteil in Europa kräftig steigern. Quelle: picture alliance / dpa

Fabrik von Hyundai in Südkorea: Der Autobauer will seinen Marktanteil in Europa kräftig steigern.

(Foto: picture alliance / dpa)

DüsseldorfDer von Volkswagen als wichtiger Konkurrent ausgemachte koreanische Autohersteller Hyundai macht Druck. Der Konzern, der mit seiner Schwestermarke Kia, erstmals dieses Jahr auf Rang vier der absatzstärksten Automobilkonzerne aufsteigt, will in Europa im nächsten Jahr weiter angreifen. „Für das kommende Jahr haben wir uns vorgenommen, unseren Marktanteil von derzeit drei Prozent in Europa auf 3,5 Prozent zu erhöhen – und 2015 wollen wir dann fünf Prozent erreicht haben“, sagte der stellvertretende Europachef von Hyundai, Allan Rushforth, dem Handelsblatt.

Auch bei der Neuaufstellung des Vertriebs in Deutschland, den Hyundai vom Importeur Frey in eigene Hände genommen hat, drücken die Koreaner aufs Tempo. Bereits Anfang nächsten Jahres soll ein neuer Deutschlandchef gefunden sein. „Wir sind in der Endauswahl der Kandidaten“, kündigte Rushforth an.

Der Autokonzern aus Korea, der in den vergangenen Jahren fast unbemerkt zu einem Branchenriesen mit mehr als sechs Millionen verkauften Autos aufgestiegen ist und in den vergangenen Monaten bereits als Käufer von Opel gehandelt wurde, bleibt dem Konkurrenten Volkswagen damit auf dessen wichtigen Heimatmarkt auf den Fersen.

VW-Boss Martin Winterkorn hat Hyundai als gefährlichen Wettbewerber ausgemacht und war im Herbst auf der Autoshow IAA dabei gefilmt worden, wie er das neue Kompaktmodell Hyundai i30 anerkennend inspizierte – was sich zum Renner auf der Videoplattform Youtube entwickelte.

Die Koreaner bleiben gelassen
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11 Kommentare zu "Kampf um die Weltspitze: Hyundai startet in Europa einen neuen Angriff auf Volkswagen"

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  • Dr.NorbertLeineweber: Fälscherhandwerk im VW-Servicenetz
    Wenn Winterkorn Hyundai als gefährlichen Wettbewerber ausmacht, übersieht er die Schwächen im Im VW-Servicenetz: Bei einem Skodaservicepartner wurde ein Serviceheft eines Lexus durchgestempelt, mit Fantasie-Kilometern. Da kann man nur sagen: "Symply clever gefälscht" (Skoda-Service). Nun der Handelsblatt Manager des Jahres hat sich darum natürlich nicht gekümmert, und den Schaden Schaden sein lassen, weil der Lexus "privat" abgestempelt und verkauft wurde. Nur weiter so mit gefälschten Kundendienstheften: Vorsprung durch Fälschen, Fälschen emotion usw. Von abbrennenden Audi R8 und Lamborghinis erst gar nicht zu reden. Internet: www.lambounfall.de. Sicher hat Winterkorn nachgesehen, wo die Koreaner keine technischen Mängel haben, um dazuzulernen wie seine Flagschilffe nicht abfackeln.

  • Solange VW meint das wir aus reinem Patriotismus bereit sind mehr zu zahlen als der Rest der EU - für einen Golf, kann ich mir nur wünschen das die Konkurrenz mächtig angreift.

  • Wieso neuer Angriff? Die Überschrift geht in die falsche Richtung. Es gibt nichts Neues. Weiter unten steht es besser formuliert: Bleibt VW auf den Fersen.

  • Ist ja nicht so, als wäre ich nicht vor ca 30 Jahren schon mal aus einem Auto gekrabbelt wäre, das war damals ein Colt. Da hatte sich ann das dach in der Mitte zusammegefaltet und mir ein gutes Stück Kopfhaut abgesäbelt. Ich weiss also aus Erfahrung, daß Autos sich in ein verknülltes Taschentuch verwandeln können, sie heute aber stabiler sind als damals.

    Ich lobe den Hyundai nicht (nur), weil am Ende die Fahrgastzelle komplett okay war. Vor Jahren hätte ich als Auto nur etwas mit einem Stern vorne drauf akkzeptiert (als Kind in einem Taxi- und Busunternehmen lernt man ja nicht nur Busse waschen und Kreuzschraubenzieher apportieren ...), hohe Anschaffungskosten bei (früher?) maximaler Haltbarkeit.

    Ich hätte jedenfalls nicht gedacht, daß ich sieben Jahre in einem sitze und mich dabei ertappe, daß ich tatsächlich laut sage "Ich liebe dieses Auto!" (und natürlich mein kluges Weib für ihre noch klügere Entscheidung für den Tuscon).

    Und ich gehöre nicht zu den Menschen, die dauernd einen "Like Button" drücken müssen oder sich begeistert über irgendwelchen Schnickschnack jubelnd artikulieren (na gut, bei "The Do"-Platten gerate ich schon mal in Überschwang) - aber hier bin ich definitiv _Fan_.

    Sieben Jahre ohne Probleme, wie gesagt 7 Liter / 100km bei angepasster Fahrweise, in der Anschaffung und den Kosten definitiv ein korrektes Preisleistungsverhältnis.

    So wie ich das weiss, war der Tuscon auch das in den wenigen Jahren, in denen er gebaut wurde, das Auto, das sich am besten verkauft hat - ich sehe jedenfalls jede Menge auf der Strasse - und deren Besitzeer machen irgendwie einen zufriedenen Eindruck.

    >> Manipulationsfaktor "selbst erlebt"

    Nope. Ich arbeite auch nicht in der Branche, Autos sind mir im Grunde komplett egal, jedenfalls kein Statussymbol, eher etwas, was man braucht, um Lebensmittel und Menschen zu transportieren oder gelegentlich mal in die Pyrenäen zu düsen.

    Aber an _dem_ ing wirklich unser Herz wie an einem Haustier.

  • Hyundai ist in Sachen Qualität und Preis doch längst an VW vorbeigezogen Image und Selbstüberschätzung halten eben auch nicht ewig.

  • Die demografische Situation und die Jugendarbeitslosigkeit wie auch zunehmende Verstädterung sollen diese Situation angeblich bald entlasten, Voice!

  • Tja, Hardy, das Glück hättest du in Modellen anderer Marken auch haben können - bist ja sonst nicht so leichtgläubig! Oder fällt das unter den Manipulationsfaktor "selbst erlebt"?

  • Das geschieht wenn man sich zu grosskopfig gibt und sich nicht wehrt. Die Koreaner sind rigorose und brutal im abkupfern. Das neueste ist die fast 100% nchgekupferte frontpartie des Audi. Die Koreaner sind 10 times krimineller als die japaner da hilft nur sie vor das gericht zu bringen wie samsung Apple. Aber die deutschen autobauer sind lahmarsche und grosskotzig bis zum tot. JEDEM WIRD ERLAUBT ALLES NACHZUMACHEN UND DAS GLEICHE AUTO BIETEN SIE DANN BILLIG AN. WO IST DER KAUFERSCHUTZ VON VW, ETC.UND DIE VERANTWORTUNG GEGENUBER IHREN KUNDEN DIE TEURES GELD BEZAHLTEN. Sie wurden sich auch die eier abhacken lassen wenn sie hatten. Hier hilft nur untersuchen was die Koreaner alles nachkupferten bis zur kleinsten einzelheit (naturlich von einer unabhangigen institution nur finanziel gestutzet von den deutschen Herstellern ohne Ford und Opel und ---------------dann verklagen auf nimmer geht hinaus.

  • Aus der Abteilung "unbezahlte Werbung":

    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Man überlebt in einem Hyundai Tuscon, wenn einen die erste Eisscholle des Jahres in der gefährlichsten Kurve der Eifel von der Strasse fetzt. Der gute Tuscon war zwar danach maustot, aber ich bin aus dem Ding geklettert wie aus dem Ei gepellt.

    Wir haben uns umgehend einen anderen Tuscon zugelegt, schließlich hat uns Nr 1 7 Jahre treu begleitet und nur 7 Liter Diesel geschluckt.

    Ein durch und durch tolles Auto. So was baut VW nicht.

  • Erstmal brauchen wir Zehn-Spuren Autobahnen. Alles ist verstopft, jeden Tag und viele, viele Kilometer unerträgliche Blechlawinen. Das ist so heftig und kann so auch nicht richtig sein und weiter gehen. Wie ich das manchmal mitbekomme, wie die Menschen immer im Stau stehen, dass da noch keiner ausgeflippt ist. Würde ja schon erstmal reichen wenn die mit diesen vielen Baustellen fertigt werden. Das gibt es auch nur in Deutschland, sehe ich nirgendwo so schlimm in den Nachbarländer. Naja, bin sowieso noch gespannt was alles kommt, hoffentlich nicht noch Krieg und Hungersnöte in Europa.

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