Kampf um Dofasco
Thyssen-Krupp zieht Mittal vors Gericht

Seit über einem Jahr ringt Thyssen-Krupp nun schon um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco. Erst mit Arcelor, jetzt mit Mittal. Doch da bisher alle Gespräche und Verhandlungen außer freundlichen Zusagen nichts gebracht haben, legt der Düsseldorfer Stahlkonzern nun härtere Bandagen an.

HB MADRID. In dem seit über einem Jahr dauernden Tauziehen um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco bemüht der Düsseldorfer Thyssen-Krupp-Konzern nun die Justiz.

Thyssen-Krupp habe ein niederländisches Gericht angerufen, teilte der weltgrößte Stahlhersteller Mittal, dem Dofasco seit der Übernahme der luxemburgischen Arcelor gehört, am zweiten Weihnachtsfeiertag mit. Dabei gehe es um den Vorwurf, Mittal habe eine Vereinbarung mit Thyssen-Krupp über den Verkauf von Dofasco gebrochen. ThyssenKrupp war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Eine Anhörung sei für den 11. Januar vorgesehen.

Thyssen-Krupp hatte das Bietergefecht um die Kanadier gegen Arcelor verloren. Die Luxemburger wiederum waren in den Fokus der indischen Mittal geraten und wurden inzwischen übernommen. In dem Fusionspoker um Arcelor hatten Mittal und Thyssen-Krupp vereinbart, die Deutschen könnten Dofasco für insgesamt 3,8 Mrd. Euro haben, falls die Übernahme der Luxemburger gelingen sollte.

Die Klage, die Thyssen-Krupp nun vor einem Gericht in Rotterdam eingereicht hat, soll erreichen, dass eine niederländische Stiftung, die inzwischen 89 Prozent der Dofasco-Aktien hält, diese an Arcelor zurückgibt. Arcelor hatte die Dofasco-Anteile als Abwehr gegen den Übernahmeversuch durch Mittal in die Stiftung ausgelagert. Thyssen-Krupp hatte bereits angekündigt, alle bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um doch an Dofasco zu gelangen.

Alternativ zur Dofasco-Übernahme verfolgt Thyssen-Krupp in Nordamerika den Bau eines eigenen Werkes und veranschlagt hierfür rund 2,3 Mrd. Euro. Mit Dofasco bekämen die Düsseldorfer allerdings den Zugriff auf eine Eisenerzmine und den Kundenstamm der Kanadier.

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