Kampf um Endesa
Eon gibt auf

Eon hat den Poker um den spanischen Versorger Endesa endgültig verloren: Der deutsche Energiekonzern verzichtet auf seine milliardenschweres Offerte. Hintergrund ist eine Einigung mit den beiden Rivalen Enel und Acciona. Für Eon bleibt nur ein Trostpflaster.

HB/juf MADRID/DÜSSELDORF. Der mehr als einen Jahr andauernde Übernahmekampf um den führenden spanischen Stromkonzern Endesa hat eine dramatische Wendung erhalten. Wenige Stunden vor Ablauf des Eon-Angebotes in Spanien einigte sich der Düsseldorfer Konzern mit seinen Rivalen Enel und Acciona.

Eon bestätigte am Abend mehrere spanische Medienberichte, wonach das Übernahmeangebot für Endesa zurückgezogen werde, sollte das Unternehmen bei dem laufenden Verfahren keine Mehrheit der Endesa-Aktien angedient werden. Damit macht Deutschlands größter Energieversorger Enel und Acciona den Weg frei für eine Mehrheitsübernahme beim spanischen Strommarktführer. Die beiden würden kurzfristig eine Übernahmeofferte für Endesa abgeben, hieß es.

Im Gegenzug soll Eon ein umfangreiches Beteiligungspaket unter anderem mit Aktivitäten in Spanien, Italien und Frankreich sowie weitere Aktivitäten in Polen und in der Türkei erhalten. Dabei gehe es um ein Gesamtvolumen von etwa 10 Milliarden Euro, dessen exakte Höhe auf Basis von Marktwerten nach üblichen Verfahren noch ermittelt werden müsse.

Eon hatte erst kürzlich sein Angebot für Endesa auf mehr als 42 Milliarden Euro erhöht und danach angekündigt, Acciona und Enel gerichtlich jedes Übernahmeangebot verbieten zu lassen. Die beiden Unternehmen aus Spanien und Italien hatten angekündigt, nach Ablauf der Sperre die Eon-Offerte überbieten zu wollen. Der deutsche Stromriese sah in diesem Schritt einen rechtswidrigen Versuch, das eigene Übernahmeangebot zu torpedieren. Acciona und Enel sind bereits die größten Endesa-Aktionäre.

„Der Eintritt von Acciona und Enel bei Endesa hat unser ursprüngliches Ziel, eine Mehrheit an Endesa zu übernehmen, unerreichbar gemacht. Der Erwerb einer Minderheit an Endesa hätte eine gegenseitige Blockade der Anteilseigner und unabsehbare Gerichtsverfahren zur Folge gehabt“, erklärte Eon-Chef Wulf Bernotat. Die Vereinbarung schaffe Klarheit für alle Beteiligten. Gleichzeitig baue Eon attraktive Marktpositionen auf, die weiter entwickelt werden sollen.

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