Kampf um Endesa
Eon kann auf milde Auflagen hoffen

Im Kampf um Endesa steht Eon vor einer wichtigen Vorentscheidung: Vermutlich schon am Freitag wird die spanische Regierung über die Beschwerde des Energiekonzerns Eon gegen die von der Aufsichtsbehörde CNE verhängten Auflagen entscheiden und dies spätestens am Montag bekannt geben.

DÜSSELDORF / MADRID. Nach Informationen spanischer Zeitungen kann Eon hoffen, dass die spanische Regierung die Bedingungen entscheidend abschwächt. Der Branchenriese bliebe damit im Rennen um Endesa, den größten Versorger Spaniens. Allerdings steht Eon schon vor einer neuen Hürde: Eine Gericht in Barcelona hat auf Antrag des Konkurrenten Gas Natural Voruntersuchungen gegen Eon und Endesa wegen des Vorwurfs illegaler Absprachen eingeleitet.

Die CNE hatte Ende Juli Eons Offerte für Endesa zwar genehmigt, aber harte Auflagen verhängt. Unter anderem sollte der Konzern rund ein Drittel der Stromerzeugungskapazitäten in Spanien abgeben und sich von den Balearen und den Kanaren zurückziehen. Sowohl Eon als auch Endesa legten Beschwerde beim Industrieministerium ein. Parallel forderte die EU-Kommission, die in den Auflagen einen Verstoß gegen EU-Recht sieht, diese zu kippen und droht mit einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Wie das Handelsblatt zudem aus Kreisen des Industrieministeriums erfuhr, will es einen Teil der Auflagen aufheben, einen Teil beibehalten. Die Entscheidung werde am Montag bekannt gegeben.

Wie die spanischen Zeitungen „El País“ und das Wirtschaftsblatt „Cinco Días“ berichteten, rückt Industrieminister Joan Clos von der geforderten Zerschlagung ab. Insbesondere werde die von Eon am schärfsten kritisierte Bedingung aufgehoben, mehrere Kohle- und Atomkraftwerke sowie andere Anlagen des spanischen Unternehmens zu verkaufen. Allerdings wolle die Regierung die Forderung aufrechterhalten, dass der deutsche Konzern die Endesa-Anteile wieder verkaufen muss, falls er selbst unter die Kontrolle eines anderen Unternehmens geraten sollte. Auch wolle Spanien die erweiterten Befugnisse der CNE, die von der EU-Kommission scharf kritisiert werden, nicht zurück nehmen.

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