Kampf um Marktführerschaft: 2011 wird das Jahr der großen Unternehmensduelle

Kampf um Marktführerschaft
2011 wird das Jahr der großen Unternehmensduelle

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2011 wird auch ein Jahr der Titelkämpfe mit festen Kontrahenten. Sie sind bereits traditioneller Bestandteil der öffentlichen Wahrnehmung. Siemens gegen General Electric (GE) gilt als ein Klassiker im Kampf der Titanen. Doch der radikale Umbau beider Konzerne diesseits und jenseits des Atlantiks schafft eine neue Gefechtslage. So hat sich Siemens fast vollständig vom Endkundengeschäft getrennt. Die Münchener konzentrieren sich ganz auf die Industriekunden oder Großkunden wie Krankenhäuser.

Doch ausgerechnet auf diesem Gebiet rührt sich ein neuer und zugleich altbekannter Wettbewerber, der Schweizer ABB-Konzern. Vor knapp zehn Jahren der Pleite knapp entgangen, stürmt der eidgenössische Elektroausrüster nun wieder nach vorn. Noch steht ABB im Schatten des Zweikampfs von Siemens und GE. Auf einigen Märkten aber sind statt zwei starker Konkurrenten künftig drei im Wettstreit.

Absturz der einstigen Könige

Sicher geglaubte Bastionen müssen hart verteidigt werden. Schmerzlich spürt das der lange Jahre unangefochtene Handy-König Nokia. Erst machten die schnell wachsenden Smartphones von Apple (iPhone) und RIM (Blackberry) den Finnen zu schaffen. Jetzt hat Nokia nicht einmal mehr den Massenmarkt für Handys im Griff. Der Weltmarktanteil bröckelt Jahr für Jahr. Der Südkoreaner Samsung sitzt Nokia im Nacken.

Für den Absturz der einstigen Könige hat Berater Stelter eine Erklärung. Dass Angreifer auf Innovation setzen, ist inzwischen Allgemeinwissen. Erfolgreiche Angreifer zeichnet aber aus, dass sie sich veränderte Verhaltenweisen von Kunden zunutze machen und auf dieser Grundlage komplett neue Geschäftsmodelle aufbauen.

Kaum jemand beherrscht diese Kunst derzeit so perfekt wie Apple-Chef Steve Jobs. Selbst Microsoft, lange Zeit bewundert, aber auch kritisiert für sein Weltmonopol bei PC-Betriebssystemen, ist inzwischen vor der Innovations- und Marketingmaschine Apple deklassiert worden. Im nächsten Jahr will Steve Ballmer, Vorstandschef von Microsoft, die Revanche versuchen.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

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  • Die Krise hat den Unternehmenskonzentrationsprozess enorm beschleunigt. in vielen ohnehin schon nur von ein paar sehr großen Konzernen dominierten branchen hat sich das Wachstum der Größten durch Übernahmen nochmals beschleunigt. Das freut investmentbanker und Anleger, aber für die Weltwirtschaft erwachsen daraus zunehmend große Risiken:

    Erstens werden ganze Volkswirtschaften in zunehmendem Maße von solchen Riesenkonzernen abhängig. Sollte die Weltwirtschaft erneut einbrechen, wird angesichts von Umsatzeinbrüchen von möglicherweise mehr als 20 oder 30 Prozent, wie wir sie nach der Lehman-Pleite erlebt haben, das plötzliche Wanken solcher Riesen kleiner Staaten ins Schleudern bringen können. Ein gutes beispiel sind die Großbanken UbS und Credit Suisse in der Schweiz, deren bilanzsumme das biP des Landes erheblich übersteigt.

    Zweitens bilden bedingt durch die hohe wirtschaftliche Abhängigkeit der Volkswirtschaften von sehr großen Konzernen mit der aktuellen M&A-Welle zunehmend nicht nur im bankensektor, sondern auch in anderen branchen „Too big To Fail“-Fälle.

    Drittens bedeutet eine solche Marktmachtkonzentration praktisch das Aus für wirksamen Wettbewerb. Wirksamer, d. h. dynamisch-innovativer Wettbewerb findet anders als Daniel Stelter von bCG meint, auf von wenigen Konzernen dominierten Märkten oft praktisch nicht mehr statt (siehe dazu: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2009/09/kapitalismus-in-der-krise-abschied-von.html ). Die Konzerne verfolgen vielmehr eine Politik des „leben und leben lassen“. Preiserhöhungen können teilweise – oft mit Unterstützung der Spekulanten – nach belieben durchgesetzt werden und das sogar trotz Krise und schwacher Nachfrage. Wir erleben das nicht nur bei bHP, Rio Tinto und Co., sondern auch bei den Ölkonzernen sowie den Strom- und Gaskonzernen.

    Seit vier Dekaden wird die Entstehung von immer größeren „National Champions“ industrie- und wirtschaftspolitisch in den industriestaaten nunmehr gefördert (siehe dazu: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2009/05/meganotfusionen-tragen-nicht-zur.html). Es spricht viertens einiges dafür, dass gerade diese durch die Dominanz weniger Konzerne gekennzeichneten Marktstrukturen, eine zentrale Ursache für die Finanzmarktkrise sind und ebenso für die hohe latente instabilität der Weltwirtschaft. Schon nach der Lehman-Pleite hat sich deutlich gezeigt, dass dadurch gerade die großen, global operierenden Konzerne in größte Schwierigkeiten geraten sind und teilweise staatlich gestützt werden mussten.

    Das kann wieder geschehen. Wenn es einen neuen Crash geben sollte, was angesichts der Vielzahl von Risiken niemand ausschließen kann, könnte der dann folgende abrupte Absturz der Weltwirtschaft nicht nur dazu führen, dass große Konzerne wanken (siehe dazu: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2009/10/was-geschieht-wenn-die-nachste-groe_28.html). Sie könnten beim nächsten Mal durchaus auch kippen und es ist fraglich, ob die hoch verschuldeten Staaten überhaupt in der Lage sein würden, sie aufzufangen.

    Das Übernahmefieber könnte sich folglich sowohl für die Konzerne als auch für die Anleger rächen.

  • bis Ende des Jahrhunderts wird es nur noch eine Handvoll Konzerne geben, die sich die Welt aufteilen. Es sei denn der Kommunismus in moderner Form tritt wie in China zu Tage. Wir Menschen sind und werden nicht begreifen, dass dieser Planet eine
    Einbahnstrasse ist und wir uns weder beeilen müssen 5 Handy in der Tasche zu haben und Arbeiten so schnell zu erledigen als wenn es um Leben oder Tod geht. Eines tages wird es Pflicht sein sich in Schweisriechenden Fitnesscentern so fit zu machen um den Druck am Arbeitsplatz zu überstehen. Was waren die Menschen frei, die mit Pfeil und bogen und Keule durch die Wälder streiften. Sie brauchten keine eigene Pharmaindustrie um den entsätzlichen Hunger nach allerlei Aufputschmitteln zu befriedigen. Ein einziger Stein von 10 KM Grösse
    könnte den Planeten von uns befreien. beten wir darum.

  • Verführerische Religion (Matthäus 24, 4) – das erste Siegel oder der erste der vier Reiter [der Apokalypse];
    Kriege (Matthäus 24, 6-7) – das zweite Siegel oder der zweite der vier Reiter;
    Hungersnöte (Matthäus 24, 7) – das dritte Siegel oder der dritte der vier Reiter;
    Seuchen (Matthäus 24, 7; Lutherbibel 1912) – das vierte Siegel oder der vierte Reiter;
    bedrängnis, religiöse Verfolgung und Martyrium (Matthäus 24, 9-10) – das fünfte Siegel.

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