08.11.2009 , aktualisiert 08.11.2009 15:05 Uhr

Kampf um Opel: Magna Chef hielt GM-Absage für einen Witz

Magna-Chef Siegfried Wolf war von der GM-Absage zum Opel-Verkauf so überrascht, dass er sie zunächst für einen Witz hielt. Das Lachen verging ihm ähnlich schnell wie den Opel-Mitarbeitern. Deren Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz äußerte derweil ein Profil für des neuen Chef des Autobauers.

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Magna-Chef Wolf traute seinen Ohren nicht. Quelle: ReutersLupe

Magna-Chef Wolf traute seinen Ohren nicht. Quelle: Reuters

HB FRANKFURT/BERLIN. General-Motors-Chef Fritz Henderson habe ihn telefonisch über die Entscheidung informiert, berichtet Wolf in der "Bild am Sonntag". "Ich war so überrascht, dass ich ihn gefragt habe: "Machen Sie Witze?" Und er sagte: "Nein, wir haben so entschieden."".

General Motors (GM) habe nun eine große Verantwortung für Opel, sagte der Chef des kanadisch-österreichischen Zulieferers weiter. "Es muss GM jetzt gelingen, die Wogen zu glätten und Vertrauen zurückzugewinnen. Das bedarf großen Fingerspitzengefühls."

General Motors wird die Kosten bei Opel aller Voraussicht nach wie ursprünglich geplant um 30 Prozent senken. Dies sagte der als künftiger Opel-Aufsichtsratschef gehandelte GM-Manager Bob Lutz der Schweizer „Sonntagszeitung“. Der Ende vergangenen Jahres erarbeitete Restrukturierungsplan sei noch immer die Basis für ein profitables Geschäftsmodell, zitierte das Blatt den Manager. „Wir werden die aktuelle Situation sorgfältig prüfen und entsprechende Maßnahmen vorschlagen.“

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hat einen externen Nachfolger für den scheidenden General-Motors-Europa-Chef Carl-Peter Forster verlangt. "Wir brauchen einen neuen Opel-Chef von außen. Er muss Europäer sein, mit Teamgeist und Benzin im Blut. Neben Deutsch muss er weitere Sprachen beherrschen", sagte Franz der "Bild am Sonntag". Forster soll durch den GM-Manager Nick Reilly ersetzt werden, der bisher für internationale Aktivitäten des Konzerns zuständig war. Reilly gilt allerdings nur als Übergangslösung.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnte General Motors unterdessen davor, bei der Sanierung von Opel auf Hilfen aus dem Deutschlandfonds zu setzen. "Ich erwarte von GM, dass das Unternehmen nun auch die finanzielle Verantwortung für Opel wieder selbst übernimmt. Dazu gehört es, dass pünktlich zum 30. November der Brückenkredit mit Zinsen zurückgezahlt wird.

Laut einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Zeitung lehnt eine große Mehrheit der Bundesbürger Steuergelder für Opel ab. 66 Prozent der Deutschen sprachen sich dagegen aus, dass Bund und Länder Opel mit Steuergeld helfen. 28 Prozent sind dafür.

Der US-Autokonzern General Motors muss nach Auffassung der IG Metall umgehend ein Konzept für sein Europageschäft vorlegen. "Der Ball liegt auf Seiten des Unternehmens", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild am Samstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der US-Autobauer hatte am Freitagabend angekündigt, kommende Woche solle ein Zukunftskonzept fertig sein.

"Wir werden zu prüfen haben, ob nach einer Sondierung ernsthafte Gespräche aufgenommen werden können", sagte Schild, der zugleich auch Aufsichtsratsmitglied bei der General-Motors-Tochter Opel ist. Dafür müsse GM die Voraussetzungen schaffen. Der US-Konzern dürfe keinen Kurs der Kriegserklärungen gegen die Belegschaft und die Hälfte der Regierungen in Europa fahren. Schild schloss weitere Warnstreiks nicht aus. "Wenn General Motors den Kurs der Erpressung weiter fortfährt, dann werden sich die Belegschaften weiter zur Wehr setzen."

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